Ach ja der Maibaum …

Wie jedes Jahr wurden am 1. Mai mal wieder an zentralen Plätzen in Gemeinden, Orten, Tälern und Lichtungen die Maibäume aufgestellt, was alljährlich zu den beliebtesten bayrischen Traditionen gehört. Seit dem 13. Jahrhundert stellen die Bayern die Maibäume auf aber was genau hat es eigentlich damit auf sich?

Jeder Maibaum wird alljährlich prächtig geschmückt und mit dekorativen Schildern verziert. Ob der Maibaum weiß-blau oder noch mit Rinde aufgestellt wird, kommt ganz auf die Region an. Der mindestens 30 Meter hohe Pfahl wird zudem mit Bänder und Kränzen bestückt.
Sobald er fertig ist, kommt dann schon der zweite Brauch: das Maibaum-Stehlen. Unter den Burschenschaften der Nachbargemeinden ist das Stehlen des Baums ein regelrechter Krieg. Doch nur zum Spaß, denn Gewalt wird dabei nicht gebraucht. Die Auslöse des beklauten Parts besteht meist aus Bier und Brotzeit. Trotz strengster Bewachung wird der ein oder andere Maibaum doch recht häufig entwendet.
Der Baum ist dann hoffentlich bis zum 1. Mai wieder da und kann endlich aufgestellt werden. Noch nach alter Tradition wird er mit purer Manneskraft aufgerichtet. Verwendet werden dafür Schwaibeln, das sind lange Stangen, die zu einem X zusammengebunden werden. Technische Hilfsmittel sind ungern gesehen. Um das Ereignis richtig zu feiern und die Aufsteller anzufeuern, kommt die Gemeinde bei Blasmusik und Brotzeit zusammen. Die Wahl der Maikönigin oder die Volkstänze um den Maibaum sorgen für den Spaß dabei. Der Baum steht dann für mindestens ein Jahr an seinem Ort. Zu guter letzt gibts dann noch das Maibaumkraxeln. Das Kraxeln ist eine Gaudi, die im Passauer Land und südlichen Niederbayern entstanden ist.

Der Maibaum gilt zusätzlich als Zeichen der Fruchtbarkeit. Deswegen wird auch oft ein kleiner Baum im Vorgarten aufgestellt wenn das Babyglück naht.

Bild: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de