Aus dem Leben eines Wiesnkellners – Backstage im Schottenhamel

Es geht weiter mit unserem Wiesn-Spezial! Unser nächster Blick hinter die Kulissen führt uns direkt zum Wiesnkellner. Wir haben uns gefreut, dass Alex sich die Zeit für ein kurzes Interview genommen hat. Hier erfahrt ihr wie es ist 16 Tage jeden Tag knappe 15 Stunden auf den Beinen zu sein …

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Über dich?

Ich bin in der Nähe von Passau aufgewachsen. Durch das Studium und den jetzigem Arbeitgeber bin ich mittlerweile niederbayerischer Wahlmünchner 😉 geworden.

Über dich und die Wiesn?

Wiesngast: „Hast Du die Maß Bier vergessen Christian?“
Alex: „Ich bin Alex, der andere ist mein Bruder!“
Wiesngast: „Also hab ich die vorhin beim Christian bestellt oder?“
Alex: „Klaaaaaaaar … !“

Christian: “Was treibst?“
Alex: “Hab was vergessen, komm gleich wieder“

Deine Wiesn, eine Empfehlung?

Ein wenig Trinkgeld und Freundlichkeit steigert die Geschwindigkeit eines Kellners immens. Naja und vielleicht sollte man erst Achterbahn fahren und danach trinken und das Hendl essen! Weiterhin hat auch manchmal eine U-Bahn die gleiche Wirkung wie eine Achterbahn nach einem Wiesenbesuch ;).

Was war deine größte Herausforderung?

Man stelle sich vor: 30 Rugby Spieler aus England hören nach ca. 5 Maß Bier von einem 175 cm großen/kleinen Kellner, dass der Tisch bekanntlich reserviert sei und jetzt alle gehen müssen … Meine Kollegen lassen mir hier auch immer brav den Vortritt und daher bin ich der „Arrograntlex“ oder „Grantlhuaba“.

Auf der Wiesen arbeiten – ein Traumjob?

Gibt es sowas wie einen Traumjob eigentlich? Ich verbinde die Wiesn einfach mit vielen Ereignissen und auch schönen Erinnerungen, die in der Vergangenheit passiert sind und einen seitdem immer begleiten. Es gibt schon so manches Jahr, das einem in Gedanken geblieben ist. Wäre es nicht etwas Besonderes, würde ich es nicht machen.

Dein bestes/witzigstes/krassestes Erlebnis?

Der Versuch einer Gruppe Chinesen zu erklären, dass das Wasser, in denen die Weißwürstel liegen, keine Suppe ist. Dass ich auch nach 8 Jahren zu einer Weißwurst keinen Ketchup bringe und es auch weiterhin kein Pils in 0,3er Gläsern im Schottenhamel gibt. Ich wurde auch schon gefragt, ob ich einem Gast nicht meine Westemit meiner Kellner Nummer leihen kann, damit er ins Zelt kommt. Vielleicht blogge ich ja dieses Oktoberfest mal meine Erlebnisse extra für euch und das täglich?

Dem ist auch so … es erscheint täglich ein Kurzbericht mit Bildern aus dem Schottenhamel!

Nach wie vielen Tagen wird das Verkaufen anstrengend?

Das Verkaufen an sich ist nicht anstrengend, eher der Weg von der Schänke zum Verkauf ;), oder wenn Gäste nicht verstehen, dass Hendl nicht flugfähig sind und von alleine zeitgleich auf dem Tisch mit dem Bier landen können. Anstrengend sind auch Sätze wie „Oh mei, jetzt fehlen zu den 20 Hendl doch noch einmal Kartoffelsalat, den hama vorhin echt vergessen, bringst den SCHNELL?“

Wie läuft ein typischer Arbeitstag bei dir ab?

Die Arbeitstage laufen auf alle Fälle so ab, dass man beim Anstich noch keine Augenringe hat, am letzten Wiesentag die Augenringe jedoch mit den Augen verwechselt werden könnten. Eigentlich steht man in der früh auf, duscht sich, zieht sich an, fährt zur Wiesn, bedient, isst danach mit Kollegen etwas, fährt heim. Wie es wirklich abläuft, kann man ja dann auf dem Blog lesen :).

Wieviele Krüge kannst du tragen?

Kommt immer darauf an, ob der Weg zu meiner Box überfüllt ist. Ich gehe meist mit 12 oder 14 Maß Bier. Zwischendrin halte ich auch nur ein Weißbier im kleinen Zelt gegenüber in meiner Hand. (psst!)

Wie oft hast du schon auf der Wiesen gearbeitet?

Dieses Jahr wird es die achte Wiesn im Schottenhamel Festzelt.

Vielen Dank für das Interview – wir wünschen eine gute Wiesn!

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