Das StARTcamp München 2015

Wie im letzten Jahr, waren wir auch diesmal wieder dabei, um beim StARTcamp München im Literaturhaus neue spannende Dinge unter dem Motto digitales.weiter.denken zu erfahren. Einen der Höhepunkte gab es gleich am Anfang: Die musikalische Einstimmung durch Hackbrad Pitt, in der sogar der Monaco Franze im O-Ton zu Wort kam. Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde, in der jeder seine drei Hashtags des Tages nennt, ging es ganz nach klassischer Barcamp-Manier direkt an die Sessionplanung, deren Ergebnis in diesem Jahr besonders facettenreich war: Von Augmented Reality und Apps über den Aufbau einer Content Strategie bis hin zu Tipps und Tricks rund um Social Networks wie Instagram und Vine war alles dabei.

Antje Lange berichtete in ihrer Session vom sehr spannenden Projekt #myRembrandt der Pinakotheken, in dem das analoge Selfie von Rembrandt auf Reisen ging und es sogar bis ins Weltall auf die internationale Raumstation ISS schaffte. In einer der letzten Sessions erzählte Tanja Praske von der intensiven Konzeption der #NymApp, einer App mit der man den Nymphenburger Schlosspark entdecken und sich ganz nach aristokratischem Vorbild dem #lustwandeln hingeben kann. Wir konnten die App bereits am letzten Wochenende ausprobieren – ein ausführlicher Bericht dazu folgt an anderer Stelle hier bei uns.

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Für uns besonders spannend war die Podiumsdiskussion zum Thema Blogger Relations, die am Beispiel der Kunsthalle Karlsruhe zeigte, dass das Thema auch im Kulturbereich eine immer wichtigere Rolle spielt. Fragen, wie nun die richtige Ansprache von Bloggern aussehen soll und ob sich Blogger von Journalisten unterscheiden, blieben allerdings unbeantwortet. Eine wichtige Aussage traf aber Tanja Praske am Ende der Diskussion: Auch bei der Auswahl von Bloggern darf ruhig mal über den eigenen Tellerrand hinausgeblickt werden, will sagen, ruhig auch mal Bloggern aus anderen Themenbereichen ansprechen, denn nur so können sich neue und spannende Synergien zu finden.

Das Thema Blogger Relations ist ja besonders im Lifestyle-Bereich bereits ein riesiges Thema. Viele Marken und Firmen haben dafür mittlerweile eigene Verantwortliche oder beauftragen Agenturen damit, den richtigen Blogger für ihre Marke zu finden. Ich sehe hier auch viel Potential für den Kulturbereich. Ein eigener Bloggerverteiler und der Aufbau von Kontakten bildet die Basis. Darauf folgen sollten spezielle Events für Blogger, die sie thematisch abholen. Das können spezielle Führungen, eine Pressekonferenz am Abend oder auch einfach nur nette Gesprächsrunden sein, aber auf jeden Fall gilt es auch bei einem Museum, den Blog an die „Marke“ zu binden. Aus meiner Erfahrung sehe ich exklusiven Content, einen Blick hinter die Kulissen oder sogar Gespräche mit Künstlern als einfache Mittel, um einen Blogger abzuholen. Auch die Einbindung von anderen Bloggern in den eigenen Museumsblog bietet sicherlich spannende neue Sichtweisen. Es gibt viele Chancen, jedoch müssen dafür aber natürlich auch Ressourcen geschaffen werden, denn wie auch im Falle des Social Media Marketings lassen sich langfristige Relations mit Bloggern nicht einfach nebenbei aufbauen und verwalten.

Abschließend freue ich mich zu sagen, dass sich das Startcamp schon bei der zweiten Teilnahme wie ein kleines Klassentreffen angefühlt hat. Man trifft viele nette Leute und begegnet den Menschen, die man digital schon lange kennt, endlich auch mal in natura! Danke für einen sehr spannenden Tag den Kulturkonsorten rund um Christian, Harald und Felix. Ein ganz besonderer Dank gilt Katrin, die den Tag durch ihre Kamera festgehalten hat und mir, da ich an diesem Tag etwas fotofaul war, netterweise die Bilder für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat. Danke außerdem an das Literaturhaus! Schön, dass sich dieser tolle Münchner Ort für das Startcamp etabliert hat. Wer den ganzen Tag nochmal rückverfolgen möchte, kann das unter #scmuc15 tun. Wir freuen uns auf das nächste Jahr und werden dann endlich auch mit einer eigenen Session dabei sein 🙂 Bis zum #scmuc16!

Alle Bilder ©KatrinDengler