DearGoods: Es geht auch fair

In der Hohenzollern/Ecke Friedrichstrasse gibt es seit kurzem einen wunderbaren neuen Laden. Er trägt den Namen DearGoods und in den Regalen und Auslagen finden nur Schätze mit fairer Entstehungslaufbahn Platz. Das Wohl von Mensch, Natur und Tier steht bei der Produktion der einzelnen Objekte im Vordergrund. Den Anfang der DearGoods Historie machte der erste Laden im Glockenbach, der mittlerweile dort nicht mehr wegzudenken ist. Wir haben mit Fee Fischer, der Shopleiterin vor DearGoods in Schwabing gesprochen. Wir wollten wissen, worum es beim Konzept des Stores genau geht, was die Highlights im Laden sind und wie sich jeder Einzelne von uns ein Scheibchen von der DearGoods Mentalität abschneiden kann.

Über Dich?

Ich heiße Fee Fischer, bin 27 Jahre alt und studierte Modedesignerin. Meine ,grüne‘ Lebenseinstellung und Begeisterung für nachhaltige Mode brachte mich zu DearGoods, wo ich nun schon fast zweieinhalb Jahre gerne arbeite, als Shopleitung und Visual Merchandiserin.

Über Dich und München?

Ich bin hier geboren, aufgewachsen und fest verwurzelt. Für mich ist München Lebensqualität. Manchmal etwas zu spießig, aber man muss nur die anderen Ecken kennen. Die Alternativen sprießen zum Glück gerade vermehrt aus dem Boden, ob hippe vegane Lokale oder eine tolle neue Boutique.

Dein München, eine Empfehlung?

*So Ham*, die veganen Gerichte in der Yoga-Kantine in der Buttermelcherstrasse sind simpel, aber einfach der Wahnsinn. Mmmh lecker.

Liebe Fee, du bist die Shopleiterin von DearGoods in der Hohenzollern/Ecke Friedrichstraße. Den neuen Laden gibt es noch nicht sehr lange und samstags ist echt die Hölle los. Der erste DearGoods-Laden ist im Glockenbach bereits eine feste Institution und dort nicht mehr wegzudenken. Worum geht es bei DearGoods?

DearGoods ist der erste Concept Store, der nur schöne Sachen verkauft, die sowohl mensch-, tier- als auch umweltfreundlich produziert wurden, sprich: 100% bio, fair & vegan. Wir wollen Shopping ohne schlechtes Gewissen ermöglichen und hoffen, dass irgendwann in der Modebranche keiner mehr für den billigen Konsum ausgebeutet wird. Ich glaube, unsere Kunden schätzen dabei unsere feine Auswahl, die zeigt, wie modern und vielfältig vegane Eco-Fashion aussieht. Kein Müsli-Look nötig 😉

Dear Goods 2

Welche Menschen stecken neben Dir noch hinter dem Konzept?

Wir haben ein tolles Team und eine super Chefin. In jedem Laden, mittlerweile sind das in München schon drei und in Berlin einer, findet man unsere netten Mädels, die auch den grünen Gedanken dahinter leben. Wir sind jederzeit für Fragen und nette Gespräche offen.

Für euch steht die Fairness gegenüber allen Menschen und Tieren im Mittelpunkt. Dieses Prinzip spricht vielen Münchnern aus der Seele. Welche Missstände möchtet ihr damit aufdecken?

Leider ist es immer noch nicht bei allen angekommen, was hinter der billig produzierten Mode steckt. Die Zustände in den Fabriken in den armen Ländern ist erschreckend. Unglaublich lange Arbeitszeiten, niedrigste Löhne, die nicht mal den Lebensunterhalt sichern, und Kinderarbeit sind unter anderem ganz normal. Dazu noch die ganzen Chemikalien, die in den Textilien stecken und in den Flüssen landen. Und den Tieren geht es ja bei weitem auch nicht besser. Für Leder, Pelz, massenproduzierte Wolle und Daunen werden Tiere unter miesesten Bedingungen gehalten, damit sie am Ende elendig sterben und wofür? Für den netten Pelzrand am Kragen oder dem coolen Leder-Patch hinten an der Jeans. Wir wollen einfach die Alternativen zeigen.

Ihr habt ausgewählte Produkte bei euch im Laden. Welche Kooperation freut dich dabei besonders?

Schwierig zu sagen, da ich eigentlich alle Sachen in unseren Läden gerne mag. Aber als Münchnerin freue ich mich besonders über die Münchner Labels wie ThokkThokk und Glimpse. Für mich sind die coolen grafischen Prints auf den perfekt geschnittenen T-Shirts von ThokkThokk eine echte Bereicherung. Das tolle Konzept von Glimpse, die Frauen in Mumbai aus der Zwangs-Prostitution befreien, um ihnen eine neue Perspektive zu geben und ihnen ein neues Leben zu ermöglichen, finde ich auch besonders unterstützenswert!

Dear Goods 1

Eine Sache, die mir sofort aufgefallen ist, ist das zurückhaltende und schicke Design des Ladens. Alles ist übersichtlich, dennoch habe ich mich wie bei einer Erkundungstour gefüllt, weil alle Produkte aus dem Laden von unterschiedlichen Partnern stammen und dementsprechend einen wunderbaren Mix für alle Sinne präsentieren. Wie findet ihr neue Produkte, die zu eurem Konzept passen?

Es gibt einerseits die nachhaltigen Mode-Messen bei der Fashion Week in Berlin, wo wir viele unserer Brands finden, andererseits durchstreifen wir das Netz immer auf der Suche nach den neuesten Labels und Produkten. Manche kleinen Labels stellen sich auch persönlich bei uns vor. Aus dieser bunten Mischung stellen wir dann unser Sortiment zusammen.

Hast du einen Tipp, wie wir im täglichen Leben die Prinzipien von DearGoods, also Tier-, Mensch- und Umweltfreundlichkeit, umsetzten können?

Am besten man fragt sich beim nächsten Kaufrausch ob man das T-Shirt/ den Pulli/ das Kleid auch noch kaufen würde, wenn es deutlich mehr gekostet hätte oder ob man nur dem billigen Konsum verfallen ist. Auch ist Second Hand immer eine tolle Alternative, da sind auch die ,geliebten‘ Lederschuhe nicht mehr ganz so schlimm, da kein neues Tier dafür sterben musste. Man darf nie vergessen, wenn wir nicht den wahren Preis einer Sache bezahlen, dann machen wir das bloß auf Kosten der anderen.

Vielen Dank für das Interview!

Bilder © Hannes Drensler