Die Bayerischen Löwen

Die Bayerischen Löwen sind ein urbayerisches Quintett. Sie tragen auf der Bühne Lederhose, spielen Blasinstrumente, sprechen Dialekt – und dann brechen sie doch das Klischee und covern Freddie Mercury. Was hinter der musikalischen Kabarettgruppe steckt und was sie vom Oktoberfest halten, erzählt uns Trompeter Dominik Glöbl im Interview.

Über Euch?

Wir sind die Bayerischen Löwen, eine bayerische Blasmusik Boygroup, deren Sound eine Mischung aus Mnozil Brass und Wise Guys ist. Es gibt uns seit 10 Jahren und wir kommen 2014 mit unserem dritten Programm „durchblechte Nächte“ auf die Bühnen des Freistaates.

Über Euch und München?

Mit München verbindet uns zuerst einmal ein Stück meiner persönlichen Lebensgeschichte, denn ich habe fünf Jahre in München an der Hochschule für Musik und Theater Trompete studiert. Ich hatte eine tolle Zeit in München und war natürlich jedes Jahr auf dem „Rummel“ (Wiesn), wie ich immer sage. Zudem sitzt unsere Künstleragentur südpolmusic in München, die uns nun seit fünf Jahren unterstützt und daher bin ich, obwohl ich nicht mehr in München lebe, immer noch häufig dort. Jedes Mal, wenn ich über die A9 an den Hochhäusern der Studentenstadt mit dem leuchtenden BMW-Logo daran nach München hineinfahre, fühle ich mich wieder ein wenig wie zu Hause.

Euer München. Eine Empfehlung?

In München sind vor allem die Ecken schön, die von den Touristen nicht so häufig besucht werden. Im Glockenbachviertel auf einen Kaffee, am Gärtnerplatz auf ein Radler oder im Englischen Garten am Eisbach mit einem Buch. Und natürlich mit den echten Münchnern reden, die sind nämlich von Haus aus alle sehr freundlich.

Was bedeutet der Titel eures neuen Programms „durchblechte Nächte“?

Fünf Jungs mit Blasmusikinstrumenten, da gab es in der Vergangenheit nicht nur einmal eine durchzechte Nacht. Und da meistens dann auch noch musiziert wurde, als es eigentlich schon nicht mehr ging, haben wir kurzerhand „durchblechte Nächte“ daraus gemacht. Der Titel soll die Besucher neugierig machen, was wohl in solchen Nächten alles passieren könnte.

Was erwartet uns in den neuen Shows?

In unserem neuen Programm geht es um das Showbusiness. Wir sind ja nun seit zehn Jahren zusammen und seit sieben Jahren mit einem Bühnenprogramm unterwegs, da haben sich so einige lustige Geschichten angehäuft, die wir dem Publikum erzählen wollen. Wir werden auch ein paar Fragen beantworten wie zum Beispiel: Was machen die Löwen, wenn der Vorhang fällt? Wie leben sie abseits von der Bühne und was machen sie an den Tagen, an denen sie nicht spielen? Und natürlich nehmen wir auch Bezug auf das Showbusiness allgemein, was ist eigentlich noch echt und was Show, was man heutzutage so vorgesetzt bekommt.

Was könnt ihr jetzt besser als bei eurem letzten Programm?

Wir sind natürlich etwas reifer geworden und wissen jetzt nun besser, auf was es auf der Bühne ankommt. Nicht jedes Publikum ist gleich und jedes braucht seine eigene Energie, damit es ein toller Abend wird. Diese Feinheiten lernt man nicht auf einer Schule, das lernt man nur auf der Bühne. Die neuen Songs im Programm sind alle sehr gut geworden und werden mit der Geschichte dahinter bestimmt einen lustigen und abwechslungsreichen Abend bieten.

Wie bereitet ihr euch auf einen Auftritt im Bierzelt vor?

Bierzelt ist immer ein ganz eigenes Ding. Es gibt die Kleinkunstbühne, Festivals und dann natürlich Bierzelt. Nicht viele Künstler treten in Bierzelten auf, da es etwas schwieriger ist, mit den Umständen dort zu Recht zu kommen. Es ist grundsätzlich lauter als überall anders, die Gläser klappern, die Leute reden miteinander, da sie an Biertischen hocken und wegsehen können, wenn sie nicht mehr interessiert sind – und sie können jederzeit aufstehen und auf die Toilette oder eine Rauchen gehen, wenn sie keine Lust mehr haben. Das alles kann einen Künstler sehr verwirren, wenn er auf der Bühne steht und die Leute auf einmal anfangen zu ratschen oder aufzustehen und zu gehen. Daher muss man das Aufmerksamkeitsniveau etwas höher ansetzten und mit mehr Energie spielen, als auf einer Kleinkunstbühne oder im Theater. Das fordert mehr vom Künstler, aber wenn man mal ein Zelt in der Hand hat, dann ist es auch ein tolles Gefühl, wenn sie total ausflippen!

Traurig, dass es das Hippodrom nicht mehr gibt?

Nein, nicht direkt. Traurig natürlich schon, da es ja seit ich denken kann zur Wiesn gehört hat, aber nun ist eben ein neues Zelt da und ich bin gespannt, wie es sich auf seiner ersten Wiesn schlägt.

Was ist das Abstruseste, das euch auf dem Oktoberfest passiert ist?

Wir waren mal auf der Wiesn und hatten einen Bandausflug, da haben wir eine Gruppe Kanadier kennengelernt, die unseren Song „Loan di o“ singen konnten und Fans von uns waren. Sie hatten Bekannte aus München, die ihnen den Song auf Youtube gezeigt hatten, aber dass sie den Song singen konnten und uns sofort erkannt haben, das war schon der Hammer.

Welche Fahrgeschäfte mögt ihr am liebsten?

Fünfer Looping!

Wie kuriert man am besten die Wiesngrippe aus?

Am Besten man trinkt schon mal ab und zu ein Glas Wasser, wenn man noch auf dem Rummel ist. Ansonsten vor dem Schlafen viel Wasser trinken, das hilft auch. Sollte die Wiesngrippe dann immer noch zu hart sein, dann sollte man sich fragen, ob es die fünfte Maß mit der hübschen Maus vom Nachbartisch denn noch unbedingt gebraucht hat.

Wie plant ihr 2015 die Weltherrschaft an euch zu reißen?

Wir hatten 2010 schon einmal geplant, die Weltherrschaft an uns zu reißen, damals ging aber unser Vorhaben gründlich schief. Nun versuchen wir es 2015 wieder. Der Plan ist dabei immer noch der gleiche, wir werden die Bevölkerung mit unserem Virus „bavarian underground“ infiltrieren, bei dem sich jeder Mensch plötzlich auf für ihn unbekannte Weise zu bayerischer Musik hingezogen fühlt. Dabei werden die Massen auch Unmengen an Bier konsumieren, so dass sie willig werden und ihren Verstand verlieren. Dann gehören sie uns! Wie wir es dann anstellen, dass sie bei der heutigen Flut an guten bayerischen Bands genau nur uns folgen, wissen wir auch noch nicht genau. Da werden wir wohl ein alle Bands übergreifendes Masskrugstemmen oder Wetttrinken veranstalten müssen, aus dem wir sicher als Gewinner hervorgehen werden. Und sollte es 2015 wieder nicht klappen, dann gehört halt die Welt 2020 uns! Wir haben Zeit.

Die Bayerischen Löwen im Web findet ihr auf ihrer Website, auf Facebook und auf Youtube.

Simone Bauer