Die Tradition des Geldbeutelwaschens

Am heutigen Aschermittwoch ist es wieder soweit: Die Geldbeutel sind nach der ganzen Faschingsfeierei leer und um das zu ändern, findet wie jedes Jahr ab 11 Uhr das traditionelle Geldbeutelwaschen am Fischbrunnen vor dem Münchner Rathaus statt.

Einem alten Brauch zu Folge soll das Auswaschen der Geldbeutel dazu führen, dass diese sich bald wieder mit Geld füllen. Schon seit dem 15 Jahrhundert sollen Münchner dafür am Aschermittwoch Geld in den Brunnen geworfen haben. Im 18. Jahrhundert war es ein Brauch der armen Leute, die damit ihren Dienstherren zeigen wollten, dass nach der Feierei in der Faschingszeit dringend eine Lohnerhöhung gebraucht werden könnte.

Auch unser Noch-Bürgermeister Ude wäscht symbolisch das Stadtsäckl im Fischbrunnen, damit sich auch die Kassen der Stadt füllen mögen. Dies tut er jedes Jahr in Gesellschaft des Stadtkämmerers und weiterer Politiker. Auch jeder Münchner kann sich dem Spektakel anschließen und danach ein Freibier genießen.

Das Geldbeutelwaschen findet übrigens nicht nur in München, sondern auch in vielen anderen deutschen Städten statt. Oft wird es auch als eine Art Trauerbrauch fabriziert, da es für das Vergängliche steht und zugleich ein Nachruf auf die närrischen Tage ist. Vielerorts werden unter Aufsagen von Trauersprüchen die leeren Geldbeutel der in schwarz gekleideten Narren gewaschen. Bekannt sind besonders die Geldbeutelwäschen in Furtwang und Wolfach.

Hier ein kleiner Eindruck vom Geldbeutelwaschen 2013:

 

Bild: Kunstart.net, Romana Schaile / pixelio.de