Ein Vorbesuch im AMMER-Zelt

Und weiter geht es mit unserem Wiesn-Spezial! Wir haben natürlich auch die Möglichkeit genutzt und einen Blick hinter die Kulisse gewagt. Heute waren wir zum Vorbesuch beim AMMER-Zelt und konnten Philipp Klemz ein paar Fragen stellen. Er ist Assistent der Geschäftsführung vom AMMER-Zelt und erzählt uns wie es ihn dahin verschlagen hat.oben_2

Über Dich?

Mein Name ist Philipp Alexander Klemz. Ich wurde am 07.05.1990 in München geboren und habe zwei Geschwister. Meine künstlerische Ader wurde in der Schule entdeckt und gefördert. Dafür bin ich sehr dankbar.

Über Dich und die Wiesn?

Nach meinen Schulabschluss 2008 wollte ich auf eigenen Beinen stehen und mein Leben selber und ohne Hilfe gestalten. Dafür brauchte ich Geld und Erfahrungen. Ich begann in der Gastronomie zu arbeiten. Dort wurde ich maßgeblich geprägt in meinem Bezug zur „realen“ Welt, machte weitere Schritte im sozialen Umgang und in meiner Persönlichkeitsentwicklung. Ich wollte unabhängig sein und als Mensch, ohne Vorurteile, angenommen werden. Genau das habe ich dort erfahren. Ich habe einen sehr wichtigen und erfahrungsreichen Lebensabschnitt erleben dürfen. Da die „eigene“ Musik, als Singer und Songwriter, mein großes Ziel war und immer sein wird, begann ich schon mit 14 Jahren eine klassische Gesangsausbildung an der Musikhochschule München, d.h. zu jener Zeit gab es für mich nur „die“ Musik und die Arbeit in der Gastronomie. Durch eine private Ausbildung bei Frau Claudia Trott, Geschäftsführerin im Schlosscafé im Palmenhaus und der Hühner- und Entenbraterei AMMER, wurde mir sehr grosses Vertrauen geschenkt, denn mir wurde eine Beschäftigung auf der Wiesn angeboten. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte ich nie gedacht, dass mich das Oktoberfest so erfüllen würde. Ich begann meinen Weg in der Hühner- und Entenbraterei AMMER als sogenannter GoFor, auch als Kombi oder Abräumer bekannt. Ich sah mich als kleines Teil von etwas ganz „Großem“. Und wollte bald mehr: Ich begann mich intensiver mit meiner Tätigkeit zu beschäftigen, war ein Teil der Essensproduktion, war zwei Monate lang beim Aufbau des AMMER Wiesn-Zelts beteiligt und unterstützte nach kurzer Zeit andere in der Planung und Organisation. Mein Einsatz und die Freude daran bekamen quasi Suchtcharakter. Selbst jetzt noch bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an die „schönste Zeit des Jahres“ denke. Es ist, als wäre man ganz gewiss, dass man alles „richtig“ macht und dass man täglich für seine Arbeit belohnt wird, fast so wie eine innerliche Erfüllung, die zutiefst zufrieden macht! Einfache Zufriedenheit. Nach meinem zweiten Jahr im Service wurde mir die Stelle als Assistent der Geschäftsleitung angeboten. Und bis zum heutigen Tage möchte ich die mehrwöchige, vieles abverlangende Herausforderung namens Wiesn nicht missen. Seitdem bin ich nun fest im Team der großartigen AMMER-Familie und ich bin wahnsinnig stolz darauf. Heuer wird es meine siebte Wiesn in verantwortlicher Position sein und ich bin mir sicher, es wird bestimmt nicht meine Letzte sein.

Deine Wiesn. Eine Empfehlung?

Da die Wiesn für mich immer noch etwas sehr Traditionelles und Kostbares ist, empfehle ich, genau DAS auf der Festwiese zu suchen. Und im AMMER wird man fündig. Den wo kann man heute noch auf großen Volksfesten ohne Stress, Lärm, Gewalt und Alkoholexzesse ein paar entspannte Stunden „genießen“, in fröhlicher und friedlicher Gemeinschaft, bei Speisen und Getränken hoher Qualität? Ganz richtig: So etwas findet man auch heute noch auf der weltberühmten Wiesn!

Was ist die größte Herausforderung an deinem Job?

Die größte Herausforderung in meiner beschriebenen Wiesn-Tätigkeit ist nicht nur die starke körperliche Anstrengung, es sind für mich eher die permanenten Sinneseindrücke. Genau das scheinen viele Festbesucher zu unterschätzen. Vor allem die visuellen Reize! Während der Wiesn-Tage wird das Auge extrem gefordert, überall flirrt es in verschiedensten Farben, hell, dunkel und grell. Überall sind unterschiedlichste Farbeindrücke zu finden, auch bei Speisen und Getränken. Worauf, vor allem auf welche einzelne Person, kann man sich in diesem weiten Spektrum überhaupt angemessen konzentrieren? Oder beim Riechen: Läuft man die ganze Wirtsbudenstraße an einem gut besuchten Samstag entlang, so wird das Geruchssinn – wenn auch sehr angenehm – stark strapaziert. An jeder kleinen Bude, an jeder Ecke, Mandeln da, Gegrilltes da, Ochsensemmeln, Zuckerwatte, Brezn, Parfums, der Geruch nach Gerstensaft an jedem Zelt. Dann natürlich auch das Fühlen: Menschenmassen aus aller Welt, gewollter oder meist auch ungewollter Kontakt, Enge und Platznot. Das Gehör wird für mich persönlich am stärksten belastet. David Guetta und Rihanna aus den Lautsprechern der Autoscooter, ein unerhörter Geräuschpegel zwischen und besonders in den Zelten, bei dem so manches persönliche Gespräch zur Qual werden kann. Bei alledem muss das Ziel für mich sein, trotz täglicher Höchstleistung körperlich und mental fit zu bleiben, sich komplett auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, alle Belastungen bestmöglich zu kompensieren. Es wäre gelogen, würde ich behaupten, dass mir das immer gelingen würde, zu jeder Zeit und in jeder Situation.

Was darf im Zelt auf keinen Fall schief gehen?

Der Gast in unserem AMMER-Zelt war, ist und bleibt das Wichtigste. Doch auch als professionelle Dienstleister bleiben wir als AMMER-Mitarbeiter immer nur Menschen, die auch einmal etwas unabsichtlich „falsch“ machen, etwas in der Hektik vergessen oder verspätet reagieren. Ich betrachte solche Situationen allerdings nicht als blosses Fehlverhalten oder pures Versagen, sondern als eine neue Erfahrung, als Impuls zur Optimierungsmöglichkeit für unseren Service am Gast. Wir leisten in diesem Sinne im AMMER auch sehr viel für Weiterbildung und Teamentwicklung, legen im Umgang mit- und untereinander aber mehr Wert auf Menschlichkeit statt auf sturen Perfektionismus. Trotzdem bleibt es natürlich meine vorrangige Aufgabe, Schwachstellen in täglichen Serviceabläufen und in der Zelt-Organisation zu erkennen und zu schließen. Besonders in Stressmomenten versuche ich immer ruhig, ausgleichend und im Sinne unserer „Philosophie“ zu agieren.

Was für Gäste sind im AMMER-Zelt und was sind die Münchner im Zelt für Gäste?

Das Schöne in unserem Zelt ist der „bunte“ Gäste-Mix.: Wir haben viele Stammkunden aus dem In- und Ausland, die uns seit sehr vielen Jahren mit Überzeugung und Treue begleiten. Daneben ziehen wir jedes Jahr auch neues Publikum aus der ganzen Welt an. Bei uns treffen sich die Akademikerin und der Handwerker, die Senioren und die Yuppies, die alleinerziehende Mutter und der Hausmann. Alle sind uns im AMMER immer herzlich willkommen. Besonders unser gemütlicher Biergarten ist perfekt um Lebensweisheiten zu tauschen. Die Summe aus Allem ist das, was mich persönlich jedes Jahr wieder motiviert, energetisch „auflädt“ und mir die AMMER-Wiesn so wertvoll und kostbar macht. Einmal Wiesn – immer Wiesn!

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Vielen Dank für das Interview – wir wünschen einen guten Wiesn-Start!!!