Es muss nicht immer der Dienstag sein

Das Muenchner Kindl

Ich kann gar nicht so viel Tee trinken, wie mir kalt ist. Dick eingepackt in 12 Pullis, 3 Paar Socken und 5 Jacken sitze ich hier und trinke – tadaaa Kaffee. Ich geb ́s zu, ich bin verdammt verfroren und generell und allgemein mag ich den Frühling irgendwie lieber.

Während ich hier so sitze, an meinem Kaffee nippe und versuche die Schneeflocken vor meinem Fenster zu zählen, denke ich mir, dass der Januar eigentlich ein ziemlich unnötiger Monat ist. Nach der großen Fress … äh Feierei an Weihnachten ist die Luft irgendwie raus – aus den (nichtvorhandenen) Vorsätzen und dem Geldbeutel sowieso. Man hat mittlerweile auch dem Letzten ein gutes Neues gewünscht und alle Jahresbeiträge werden selbstverständlich p ü n k t l i c h vom Konto abgebucht. Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig und ich bin mir nicht sicher, ob der Januar tatsächlich nur 31. Tage hatte…

Alle Hoffnung also in den Februar, da ist es nämlich wieder soweit. Aus allen Ecken und Winkel strömen sie – die Hexen, die Piraten, die Cowboys und die Indianer. Wilder Westen mitten in München. Einmal alles sein, was man sonst nicht sein kann – oder will. Ich muss zugeben, dass ich ein traumatisches Verhältnis zu Fasching hege, seit ein Dämon in schwarz mit langen Haaren und furchteinflößender Maske mit rot blinkenden (!) Augen versucht hat mich mit in sein Verlies, also den Umzugswagen, zu zerren. Natürlich habe ich mich mit Händen und Füßen geweigert – sehr zur Belustigung aller Umherstehenden. Meinen Spielverderber-Ruf hatte ich weg… Tsss, Spielchen mag ich ohnehin nicht so und Konfetti bis auf die Unterhose auch nicht. Helau und Alaaf, nennt es wie ihr ́s wollt, ich bin da raus – ich habe schließlich das ganze Jahr über genug Fasching im Kopf…

Und für alle, die bei Rosenmontag auch eher an einen schönen Strauß Blumen denken – da war doch noch was im Februar. Der große Tag von und für die Blumenindustrie. Nein, für die Verliebten natürlich. Als kleines Mädchen war ich ja tatsächlich der Überzeugung es hieße „Valen-Dienstag“. Aber psssst! Heute weiss ich es besser und brauche ganz sicher nicht den 14.02., um mir Blumen schenken zu lassen. Das darf man(n) gerne das ganze Jahr über. Tulpen mag ich übrigens am liebsten 😉

In diesem Sinne, lasst es krachen und esst ein paar Krapfen für mich mit – die sind ja das Tolle an Fasching 😉

Unser Interview mit Julia findet ihr hier.