Gold Rush

Das Muenchner Kindl

Das Semesterende ist für viele ja ein Grund, nochmal so richtig Gas zu geben. Bei der Partnersuche, selbstverständlich. Getreu dem Motto: Klausuren kann man wiederholen, Partys nicht.

Vor allem, wenn es das letzte Semester ist. Nie wieder Vorlesung, nie wieder um den besten Platz in der Bib kämpfen und nie wieder diesen hartnäckigen Bratfett-Geruch aus der Mensa in den Haaren (hell, yeah!). Aber auch nie wieder (heimliches) Anschmachten der oder des Auserwählten. Einen Grund muss es ja geben, weshalb man sich während der Klausurenvorbereitungsphase (ja, sowas gibt es) schon in aller Herrgottsfrühe auf den Weg zu Bibliothek macht, um zu lernen – is klar!

Der Hörsaal gilt ja als Paradies eines jeden Paarungswilligen. Jung, intelligent und vor Energie nur so strotzend. Nun ja, bei der Umsetzung der Theorie in die Praxis hapert ́s dann allerdings ein bisschen – wie so immer. Für diejenigen, die zwischen all den Ersti-Semester-Ende-Semester-Anfang-zwischen- den-Semestern-oder-einfach-so-Partys vor lauter feiern nicht nur das Lernen, sondern auch versäumt haben, sich einen Partner zu angeln, schafft ein neuer Trend aus den USA Abhilfe. Gold Rush. Nein, das ist kein unerwarteter Geldsegen, kein goldener Oktober im Juli und nein, auch kein neues In- Getränk. Es ist die Erlösung einer endloslangen Prokrastination, Balsam für die Bibliothekars-Seele. Keine peinlichen Anmachsprüche mehr, keine pseudo Lerngruppen und kein unangenehmes Aufwachen neben Kommilitonen oder schlimmer: Dozenten. Ein kleiner Verweis auf das nahende Ende der Studienzeit reicht und schon stehen alle Hosen äh Türen offen…

Die Amerikaner sind darin natürlich Spitzenreiter. Ein waschechter Gold-Rusher lässt sich nicht lumpen. Da gibt es Foren, Gruppen und Seiten auf facebook (Mark liest heimlich mit und lacht) und jede Menge Tipps & Tricks – denn jetzt gibt ́s ohnehin nichts mehr zu gewinnen oder verlieren, also #vollgas.

Der Profi erstellt Listen und geht strategisch vor – klar, man studiert nicht umsonst. Fast schon bisschen oldschool, so ganz ohne Smartphone. Tinder 1.0 oder so. Verrückt! Daten ohne Handy – das kennen viele ja gar nicht mehr. Ach ja, der Zug ins Erwachsenenleben – war da nicht irgendwas? Das Tolle daran ist, keiner muss mehr einen Gesichtsverlust fürchten, denn eins ist von vorneherein klar: Um ́s Lernen geht’s hier eher weniger. Wobei… Und hier schließt sich der Kreis zu Tinder & Co, da ist schließlich auch niemand auf der Suche nach den schönsten Strandbildern.

Happy gold rush und allen anderen viel Erfolg bei den Klausuren 😉

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