Im Tempel des Ich – eine Ausstellung im Museum Villa Stuck, München.

Es ist eine fantastische Idee, den Künstler durch seine eignen vier Wände zu portraitieren.

Diesem Ansatz geht die Villa Stuck in ihrer aktuellen Ausstellung Im Tempel des Ich nach. Das ehemalige Wohnhaus von Franz von Stuck bietet hierfür definitiv beste Voraussetzungen – Privathaus mit Flair und einem wunderbaren Focus auf das eigene künstlerische Selbst. Stuck selbst entwarf seine Villa am Rande der Stadt vor über hundert Jahren als Wohnhaus und Atelier. Die historischen Räume sind noch heute ein prächtiger, goldiger Augenschmaus für jedes Münchner Kindl.

Die Villa ist Herberge der Ausstellung – also ein Zuhause für viele kleine Künstler-Villen. Insgesamt werden 20 internationale Künstlerhäuser in der Ausstellung gezeigt.  Durch aufwendig gestaltete architektonische Bauteile werden die einzelnen Wohnorte bereits für den Besucher als kleine Wohn-Kulissen nachempfunden und im wahrsten Sinne des Wortes begehbar gemacht. Ein Spitzbogen lädt in eine gotische Burganlage und ein schlangenförmiger Torbogen in eine persische, fantastische Welt ein.

Die einzelnen Aufarbeitungen der Künstlerhäuser erfolgen durch ein breites Spektrum an Dokumentation. Zum Beispiel durch historische Fotografien, originalem Mobiliar und einem umfangreichen Potpourri an Einrichtungs- und Gebrauchsgegenständen werden dem Besucher die Besonder- und Merkwürdigkeiten eines jedes Hausherren gezeigt. Dazu gehören beispielsweise selbstentworfenen herrliche Jugendstilstühle, wie sie bei Fernand Khnopff in seinem Brüsseler Wohnhaus zu finden waren oder die Sammlerfunde von Georgia O’Keeffe in Mexiko.

Ein Highlight der Ausstellung: Monet’s Goldregenumwachsenes Landhaus in Frankreich. Legendär, gewiss, auch wenn die Fotografien des Wohnhauses und die gegenübergestellten Werke des Künstlers dem Besucher nicht zwangsläufig Neues berichten, wirkt die Mischung doch frei und authentisch nachempfunden. Einmal eintauchen bitte sagt sicher auch das Kindl- eingeladen wurde es ja schon durch den kleinen aber feinen architektonisch gestalteten Eingang in das französische Häuschen. Schade ist, dass die Texttafeln nur auf Deutsch zu  finden sind.

Im Tempel des Ich ist noch bis 2. März 2014 geöffnet! Die Kuratorin Margot Brandlhuber führt jeden Mittwoch um 17 Uhr kostenlos durch die Ausstellung und der Eintritt ist hierbei auch ermäßigt!

Berühmte und weniger berühmte Künstlerpersönlichkeiten zusammenzubringen und auszustellen ist eine feine Sache – das Kindl hatte seinen Spaß und grüßt die Malerfürsten Münchens sehr herzlich!

© RMN-Grand Palais (Musée d’Orsay) / Patrice Schmidt / Atelierhaus und Garten des Malers Jacques Majorelle in Marrakesch