Kalifornien in München – Die Burrito Company

Ein Hauch von Kalifornien in München – das haben Michael Freismuth und Daniel Hoffmann vor knapp über einem Jahr mit der Burrito Company gewagt und die Idee gefällt den Münchnern so gut, dass die beiden bereits ihren zweiten Store eröffnet haben. Auch wir finden: Die Burritos sind lecker und frisch und man kann sich unzählige tolle Kombinationen zusammenstellen. Uns haben Michael und Daniel erzählt, wie sie auf den Geschmack von Burritos gekommen sind, welche Kombination sie am liebsten essen und was sie allen anderen raten, die überlegen, sich mit einer Idee selbstständig zu machen.

Über Euch?

Uns beide (Michael & Daniel) verbindet eine fast schon romantische Geschichte, zusammen auf Hawaii studiert – nie wirklich kennengelernt, ein halbes Jahr später saßen wir dann während eines Praktikums in Huntington Beach nebeneinander, konnten gemeinsame Freunde identifizieren, Partys auf denen wir beide schon waren (mit Beweisbildern) etc. Auf jeden Fall hatten wir dann eine ziemliche geile Zeit in Kalifornien und sind mit der Burrito-Idee zurück nach Deutschland gekommen und auch deshalb nach München gezogen (der eine aus Rosenheim, der andere aus Ulm)…

Über Euch und München?

Der Fast-Münchner Michael (Wolfratshausen oder so) musste dem Schwaben Daniel (aus Ulm) erstmal erklären, warum es nicht an jeder Ecke Maultaschen gibt, was es mit diesem süßen Senf auf sich hat, und dass ein Kehrbesen in München nicht Kutterschaufel genannt wird – ansonsten sind wir der Meinung, dass München die wohl großartigste Stadt der Welt wäre, wenn sie am Ozean liegen würde, aber auch so ist es schon ziemlich cool hier!

Euer München. Eine Empfehlung?

Fahrt Fahrrad, alles andere macht echt keinen Sinn in dieser Stadt!

In Kalifornien kam euch die Idee zur Burrito Company, was waren eure ersten Schritte, als ihr wieder in Deutschland wart?

Als wir zurück in Deutschland waren, haben wir angefangen, der Sache nachzugehen. Über zwei Jahre hinweg haben wir recherchiert, unsere Diplomarbeiten über die Idee geschrieben und in WG-Küchen gekocht und getestet und immer neue Leute eingeladen, um neuen Input zu bekommen. Dann war das Konzept fast schon tot, weil wir nach einem halben Jahr intensiver Suche keinen Standort in München gefunden haben. Das Projekt war dann auf Eis gelegt. Ein halbes Jahr später haben wir dann von einem Tag auf den anderen unseren Standort in der Augustenstraße gefunden, auf den wir auch bei der Standortsuche schon ein Auge geworfen hatten. Zu dem Zeitpunkt hatten wir schon gar nicht mehr damit gerechnet. Umso schöner jetzt ein Jahr später hier sitzen zu können und auf zwei Läden schauen zu können.

Vom Tag, als ihr den Laden bekommen habt bis zur Eröffnung – wie lief diese Zeit für euch?

Das war wirklich eine sehr intensive Zeit. Von einem Tag auf den anderen mussten wir das Geld auftreiben und haben erstmal Investoren angerufen, die uns großartiger Weise sehr spontan ausgeholfen haben. Am nächsten Tag ging’s dann los, wir haben den Schlüssel bekommen und mit unserer Innenarchitektin den Store entworfen, sind zum Baumarkt gefahren und haben mit Hilfe unserer ganzen Freunde und Familie jeden Abend an dem Laden herum gebastelt und gewerkelt. Generell ist unser Konzept so aufgebaut, dass uns viele Freunde aus unterschiedlichen Bereichen unterstützen.

Innerhalb von vier Wochen haben wir dann den Store eröffnet, eine GmbH gegründet und das Branding gemacht. Dann haben wir einfach mal die Tür aufgemacht, ohne jemandem zu sagen, dass wir eröffnen und dann war am ersten Tag der Laden voll und wir waren kurz nach Mittag einfach ausverkauft… Am Anfang mussten wir insgesamt noch viel lernen, wir sind ja keine Gastronomen, sondern BWLer mit einem anderen Blickwinkel und uns haben daher gastronomische Insights gefehlt, zum Beispiel Mengen einzuschätzen oder wie man Personal koordiniert. Insgesamt war es aber eine super intensive und besondere Zeit, in der viel entstanden ist.

Bild_Burrito

Warum essen die Münchner so gern Burritos?

Wir denken, die Münchner haben einfach Bock auf etwas Neues bekommen. In München ist die Struktur ja recht einfach: es gibt viele Burgerläden, das Glockenbach steht ein bisschen für Currywurst und dann gibt es noch die Klassiker wie italienisches Essen aber es gibt wenig Neues. Dafür stehen wir. Wir sind ja auch nicht mexikanisch, sondern ein kalifornisches Restaurant und das gibt es in München so nicht.

Was macht die Burrito Company besonders?

Für uns ist das Wichtigste, Fast-Food auf ein neues Level zu heben und die Brücke dazu zu schlagen, dass schnelles Essen auch richtig gut sein kann. Wir arbeiten nur mit frischen und selbst gemachten Zutaten, die individuell zusammenstellbar sind. Wir wollen das Damoklesschwert wegbekommen, dass Fast-Food schlecht und ungesund sein muss. Der California Style rundet das Ganze ab, man soll sich schließlich auch in einem Fast-Food Restaurant wohl fühlen können.

Was muss man bei euch unbedingt probieren und was esst ihr am liebsten?

Man hat vier Grundgerichte: den Burrito, eine Weizentortilla mit der Basis Reis und Fleisch und die Wahl deiner Zutaten. In kleiner Größe nennt sich das Ganze dann Burrinho. Zudem gibt es die Burrito Bowl ganz ohne Fladen auf einem Reisbett und den Mexican Salat ganz ohne Reis aber mit Salat. Durch unsere Bestellkarten kann man sich alles so zusammenstellen, wie man möchte und muss keine Kompromisse eingehen. Man designt sich somit seinen eigenen Burrito.

Daniels Favorit im Sommer ist der Chicken Burrito in Verbindung mit Fajitas, das sind angebratene Paprika mit roten Zwiebeln und Oregano und immer dazu gehört unbedingt unsere mehrmals am Tag frisch gemachte Guacamole.

Gibt es eine Parallele zwischen München und Kalifornien?

Ein wenig kalifornischen Lifestyle gibt es in München vor allem im Sommer: Skater, Surfer und der Stil hat sich insgesamt ein wenig in Richtung Hang-Loose entwickelt. Ansonsten sind München und Kalifornien komplett unterschiedlich.

Hattet ihr Angst davor, Euch selbstständig zu machen?

Eigentlich nein. Der Schlüssel liegt darin, 100%-ig von der Idee überzeugt zu sein, dann hat man auch keine Angst davor. Man schaltet alle anderen Optionen aus. Ein wenig Realismus schadet aber auch nicht: Funktioniert es nicht, haben wir uns auch nicht ruiniert, man muss es einfach ausprobieren. Mutig war allerdings Standort Nummer zwei, vor dem wir Respekt hatten, weil das so ein großer Schritt wr, an dem viel dranhängt. Man muss eine Logistik aufbauen, ein Lager, zwei Personalteams managen etc. Aber vor dem ersten Store hatten wir keine Angst, sondern eher Lust darauf loszulegen.

Was würdet ihr jungen Leuten raten, die sich auch mit einer eigenen Idee selbstständig machen wollen?

Im Grunde muss man zwei Schritte durchlaufen:
Man braucht jemanden, der Knockout Fragen stellt und man darf nichts blind machen. Viel mit Freunden reden, ihre Empfindungen und Tipps miteinfließen lassen und man muss Marktforschung betreiben. Wenn du irgendwann die richtigen Fragen beantworten kannst, kann es losgehen und dann brauchst du nur noch den Mut, einfach zu starten. Ruinieren kann man sich mit kaum einem Start-up, natürlich reißt es ein Loch ins Konto aber trotzdem: Wenn man eine richtige Markenphilosophie hat, sollte man es einfach auch versuchen, diese in die Realität umzusetzen. Auch wir helfen gerne den Leuten, die auf uns zukommen.

Nach eurem ersten Laden in der Augustenstraße habt ihr jetzt auch eine Dependance in der Baaderstraße aufgemacht. Wie wird es weitergehen? Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Wir gehen alles step by step an, das Konzept beruht natürlich darauf, dass es multiplizierbar ist. Franchise ist ein schwieriges Thema, weil man dabei sehr viel Kontrolle verliert und davor haben wir großen Respekt. Einen dritten Store hätten aber wir sehr gerne auch im Bereich München, dann wären wir die größte Burrito-Kette Deutschlands. Wir wollen uns einfach ausprobieren und dann schauen wir, wo die Reise hingehen soll.

Wo findet man euch im Web?

Die Burrito Company findet ihr im Web, auf Facebook, Twitter, Instagram und Google+

Wir danken euch für das tolle Interview!