KONEN – Vom Traditionshaus zum Trendsetter

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Jeder Münchner kennt es und schätzt es – das Kaufhaus KONEN am Rindermarkt ist seit vielen Jahrzehnten eine DER Adressen für besonderes Shopping in der Münchner Innenstadt. Anfang 2016 eröffnete dort das Accessoire-Paradies im Untergeschoss: Eine Art Concept Store im Haus mit einer tollen Auswahl an trendy Accessoires. Gerade erst wurde KONEN nun auch für die Herbst/Winter Saison zum „Maison Chic“ umgewandelt. Doppelter Grund also, um sich mit dem Mitglied der Geschäftsleitung, Dr. Gabriele Castegnaro, über die Ideen dahinter und die Zukunft von KONEN zu unterhalten.

Über Sie?

Ich bin mit dem Familienunternehmen KONEN sehr eng verbunden. Mein Großvater hat mit zwei weiteren damals das Unternehmen mit gegründet. Es war allerdings nie geplant, dass ich in das Familienunternehmen einsteige. Eigentlich hätte ich gerne etwas Kreatives gemacht – in Richtung Kunst, Architektur oder Design. Mein Vater war aber der Meinung, ich sollte etwas „Vernünftiges“ machen und aufgrund meiner Leidenschaft für Sprache habe ich mich für ein Jurastudium entschieden und 7 Jahre als Anwältin gearbeitet. Im Jahr 2000 hat sich dann durch reinen Zufall hier bei KONEN eine Lücke aufgetan, als die Stelle der Personalleitung frei wurde. Nach 7 Jahren Anwaltszeit wusste ich damals, dass ich etwas Anderes machen möchte und so stieg ich im Januar 2001 bei KONEN ein. Meine Stelle hat sich dann immer weiterentwickelt: 2004 habe ich zusätzlich die Verkaufsleitung und später auch den Bereich Marketing übernommen. Heute leiten wir das Unternehmen zu dritt.

Über Sie und München?

Ich bin ein echtes Münchner Kindl in dritter Generation. Ich liebe die Berge und bin gerne dort zum Skifahren, Snowboarden und Wandern. Das Klima ist toll und München ist eine sehr entspannte und sichere Stadt. Ich lebe sehr gerne hier und vor allem, wenn man viel unterwegs ist, ist München eine tolle Homebase und man freut sich immer darauf, wieder nach Hause zu kommen.

Ihr München – Eine Empfehlung?

Meine Lieblingsberge in der Umgebung sind das Kreuzeck und der Wallberg. Die Höllentalklamm ist auch ein schönes Ausflugsziel. Zum Essen und ausgehen mag ich besonders die Münchner Klassiker: Zum Frühstück gehe ich gerne in die Loretta Bar, in das liebevoll gestaltete Aroma Café oder ins Maria. Die besten Croissants und Brioches gibt es bei Dukatz. Meinen Mann begleite ich gerne ins Schuhmanns. Vor allem im Sommer fühlt es sich dort an, wie ein Kurzurlaub, wenn man einen der Tische im Hofgarten ergattern kann. Das Brenner hat tolles Essen, die Bar Centrale ist meine Lieblingsbar und ich liebe das Emiko, weil es so stilvoll ist. Ich mag alles, wo zumindest eine Sache so richtig perfekt ist, wie zum Beispiel bei dem kleinen Vietnamesen Nam Giao bei mir um die Ecke, das Shoya am Hofbräuhaus hat tolles Sushi und wenn es etwas feiner sein soll, dann unbedingt ins Chang City beim Andechser am Dom. Pizza mag ich ganz besonders im Eataly, ich finde das Konzept ist eine richtige Bereicherung für München. Vom Styling her geht nichts über das Rocca Riviera. Zudem mag ich das Blumengeschäft Balman im Rathaus, gehe für Interior gerne ins Magazin und für Kleidung zu Nicole Mohrmann.

Die Eröffnung des Accessoire-Paradieses Anfang 2016 zeigt einen großen Schritt in Richtung Trends und hin zu einer jüngeren Zielgruppe. Wie kam es dazu?

Wir wollten schon lange das Thema Schuhe groß und kompetent platzieren. Bis dahin war es ein Platzthema, da wir ja nicht nur Damen- sondern auch Herren-, und damals noch Kindermode, haben. Irgendwann haben wir aus wirtschaftlichen Gründen die Kinderabteilung auf den Prüfstand gestellt, wodurch der Weg für eine Accessoire-Abteilung frei wurde. Da wir somit eine ganze Etage frei hatten, konnten wir einen Schritt weitergehen, was die Gestaltung, die Architektur und die Emotionalität angeht. Dabei haben wir uns an der Gastronomie orientiert und die Architekten von archibrand, Daniel Hildman und Daniela Wilke, verantwortet (v.a. Rocca Riviera und Koi). Das war für mich ein sehr toller und kreativer Prozess. So entstand eine James Bond-Architektur in Verbindung mit einer Blumenwiese in unserem Accessoire-Paradies.

Wie wichtig ist es in der heutigen Zeit, sich als Traditionshaus KONEN immer wieder neu zu erfinden?

Wir möchten immer angesagt, individuell und in puncto Design weit vorne sein. Bei einem Haus mit 12.000 qm ist das natürlich eine Herausforderung und auch eine Kostenfrage. Wir hatten 2001 die Wiedereröffnung nach einem sehr großen Umbau und jetzt war es eine softe Weiterentwicklung, die immer wieder bereichsweise stattfindet. Vor einem Jahr haben wir beispielsweise die Herrenabteilung im vierten Stock modernisiert und ebenfalls eine Schuhabteilung integriert. Die Grundidee ist immer, etwas Künstlerisches und Inspirierendes zu machen.

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Wie sehen Sie das Verhältnis von online und offline? Wie werden sich diese Bereiche in Zukunft bei KONEN entwickeln? 

Aus der Old Economy kommend und mit einem stationären Handel ist es schwierig, einen profitablen Onlineshop zu entwickeln. Nach dem Online-Shop KONEN gab und gibt es große Nachfrage und wir sind im Moment dabei, das größer, professioneller und auch relevanter zu machen. Bis Ende des Jahres werden wir hier noch einen großen Schritt machen. Unser Vorteil gegenüber den großen Online-Shops ist, dass diese auch ein großes Lager benötigen und aber dennoch nicht so schnell sein können. Wir haben alles im Haus und können sehr schnell sein. Daher bieten wir auch Cross-Channel-Möglichkeiten an: Zum Beispiel den Service „Click & Collect“ innerhalb einer Stunde, das heißt, man kauft Online und holt die Ware anschließend direkt im Laden ab. Außerdem kann man etwas im Laden kaufen und online zurückgeben bzw. andersherum. Online ist eine Ergänzung, um das stationäre Geschäft noch mehr zu pushen, abzurunden und auch ein zusätzlicher Service-Aspekt.

Was bedeutet Stil für Sie? 

Mein erster Gedanke zu Stil ist das Thema zwischenmenschliches Verhalten: Ein stilvolles, interessiertes und wertschätzendes Auftreten. Auch ein stilvoller Umgang miteinander ist besonders wichtig. Stil hat immer etwas mit liebevoller Herangehensweise und Details zu tun. Dabei ist es besonders wichtig, die perfekte Balance zu finden.

Was Kleidung betrifft ist Stil sehr individuell aber es gibt ein paar Grundregeln, die man beachten kann:

  • Irgendetwas sollte immer betont sein, entweder die Augen oder die Lippen – am besten betont man seine Stärken
  • Irgendwo in seinem Outfit sollte ein wenig Farbe oder eine außergewöhnliche Form zu finden sein
  • Stil hat immer etwas mit der eigenen Persönlichkeit zu tun, daher sollte man herausfinden, wer man ist und was man mag und am Ende dann genau das umsetzen

Entweder man hat Stil oder nicht – das fängt beim Benehmen an, geht über die Kleidung und endet damit, wie man seine Zeit verbringt und sein Leben gestaltet.

Welche Labels und Materialien tragen Sie privat gerne und warum?

Im Business trage ich viel Zeitloses zum Beispiel Boss und Hugo. In meiner Freizeit bin ich viel im Kunstkontext unterwegs, daher mag ich besondere Kleider. Ich liebe Essentiel, eine schöne kreative Marke, die viel mit Farben und Mustern spielt. Ich liebe Zadig & Voltaire, das ist ein Stück cooler – ich trage gerne die Kombi Leder und Cashmere. Und ich trage viel Schwarz – das geht einfach immer. The Kooples ist eine gute Kombi aus feminin, cool und verspielt und bei Drykorn finde ich auch immer etwas.

Ihre Vision? KONEN in 10 Jahren? 

Es wird immer mehr weg von Standard-Einzelhandelsmöbeln hin zu individueller Gestaltung gehen. Unser Accessoire-Paradies ist somit schon richtungsweisend. Der Kunde wünscht sich ja immer mehr ein Einkaufserlebnis und wir möchten dem gerecht werden. Auch das Thema Gastronomie soll einen größeren Stellenwert bekommen – hier arbeiten wir im Moment an einem Konzept. Das Thema Digitalisierung soll ebenfalls stärker integriert werden, um dem Kunden noch größeren Service bieten zu können. KONEN wird auf jeden Fall auch in 10 Jahren noch ein stationärer Handel sein. Der Anspruch wird dabei aber immer sein, aus dem Haus noch etwas Tolleres zu machen, als es heute schon ist.

Vielen Dank Frau Dr. Castegnaro für diese spannenden Einblicke und das Interview. Und psssttt… auf ihrem Instagramaccount findet ihr viel Kunst, Mode und noch mehr Inspiration.

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit KONEN entstanden.