Mehr Biertradition geht nicht: Das Hofbräuhaus

Im 16. Jahrhundert war es mühsam und teuer, Bier nach München einzukaufen. Entweder es war zu weit weg oder es war nur saisonal verfügbar, wie das Starkbier. Aus diesem Grund wurde zur Versorgung der Wittelsbacher ein Hofbräuhaus gebaut. Daher kommt auch sein Name, oder jedenfalls das Präfix- Hof.

Haimeran Pongratz, ein Mönch aus der Hallertau, wurde mit dem Bau der Brauanstalt am heutigen Alten Hof in München beauftragt. Nach Fertigstellung ernannte er sich selbst zum Braumeister und machte mit dem sogenannten Roten (manchmal heißt es auch Braunem) Bier Karriere. 1808 war leider Schluss mit dem ersten Hofbräuhaus der Stadt.

Gott sei’s gedankt, hatte Herzog Max I. 1607 ein zweites Hofbräuhaus in Auftrag gegeben, um sein herzogliches Weißbier zu brauen. Dieses Hofbräuhaus sehen wir noch heute – ganze 3000 Bierliebhaber finden darin Platz! Stammgäste zahlen ihr Bier nicht mit Barem, sondern mit Biermarken. Wer zehn kauft bekommt die elfte als Treuegeschenk. Schon morgens um 4 startet die tägliche Weißwurst-Produktion in der hauseigenen Metzgerei. Natürlich nach einem Geheimrezept!

Das Hofbräuhaus hat niemals geschlossen. Jeden Tag ab 9 Uhr werden Durstige versorgt. Bekannte Gesichter im Hofbräuhaus waren Mozart, die Kaiserin Sissi und Lenin.

© BBMC Tobias Ranzinger