Neulich in … der BMW Welt

Das Muenchner Kindl

Simone Bauer ist eigentlich ein Regensburger Kindl, lebt aber seit 2007 in der schönsten Stadt der Welt – und schreibt über diese. Wenn sie München nicht gerade in ihre Romane wie „Ganz entschieden unentschieden“ (http://www.dotbooks.de/profile/1250143/simone-bauer) einbaut, ist sie Popkulturjournalistin (für unter anderem MISSY, Jugendseite der „Süddeutschen Zeitung“ und LAXMag) oder bei egoFM „Auf Krawall gebürstet“. Auf Twitter (@teaserette) spricht sie über neue Projekte und Fernsehserien. Für Das Münchner Kindl verfasst sie die Kolumne „Neulich in …“.

„Excuse me, can you tell me where that very expensive street is?“
„Oh, you mean Maximiliansstraße!“
Bereitwillig erkläre ich einer blonden Amerikanerin, wie viele Stops sie mit der U3 abfahren muss und welchen Fußweg sie wählen muss. Sie hat ihren Freund im Schlepptau, eine pralle FC-Bayern-Tüte in der Hand, vielleicht geht da heute noch was, mit den expensive shops.
Dann wende ich mich wieder dem Warten auf meine gute Freundin M. zu. Ich fühle mich fehl am Platz, als ich so am Eingang zum Auditorium der BMW Welt stehe. Es ist nicht unbedingt mein Outfit, denn das Publikum des heutigen Abends ist bunt durchgewürfelt. Es ist mehr das Thema des heutigen Abend: Jazz!
Denn Jazz tritt eigentlich nur an drei Gelegenheiten in mein Indiesierenen-Leben: Bei dramatischen Szenen während „Sailor Moon“, durch die Cantina Band in „Star Wars – Neue Hoffnung“ und in Gestalt von Lisa Simpson.
Aber zumindest bin ich darin nicht alleine. Ein junger Herr mit zwei großbauchigen Gläsern geht an mir vorüber. „Ich habe vom heutigen Abend keine Ahnung, außer, dass ich hier bin und zwei Gläser Aperol Sprizz halte!“
In diesem Moment stürmt endlich M. mit wehenden Locken herein: „Sorry, ich komme direkt aus dem Stadion!“
„Wie haben wir gespielt?“
Dinge, die man an einem Jazzabend eben so bespricht. Ich bin froh, dass sie da ist.
Später, bei den niederländischen Trio Tin Men and the Telephone, die eine eigene App haben, über die man Sprüche auf die Leinwand hinter der Bühne schreiben kann, steht da auf einmal „Deutschland – Holland 0:4“. Ich lächle. Das war bestimmt der Typ mit dem Sprizz.

Wenn ihr mehr über Simone erfahren wollt, lest unser Interview mit ihr.