Neulich in … der Redaktion

Das Muenchner Kindl

Simone Bauer ist eigentlich ein Regensburger Kindl, lebt aber seit 2007 in der schönsten Stadt der Welt – und schreibt über diese. Wenn sie München nicht gerade in ihre Romane wie „Ganz entschieden unentschieden“ (http://www.dotbooks.de/profile/1250143/simone-bauer) einbaut, ist sie Popkulturjournalistin (für unter anderem MISSY, Jugendseite der „Süddeutschen Zeitung“ und LAXMag) oder bei egoFM „Auf Krawall gebürstet“. Auf Twitter (@teaserette) spricht sie über neue Projekte und Fernsehserien. Für Das Münchner Kindl verfasst sie die Kolumne „Neulich in …“.

Als Münchner ist man ja gerne mal dagegen. Gegen das Rauchen in öffentlichen Räumen, gegen Olympia, gegen eine dritte Startbahn. Es ist wohl unser Grantlergen, das uns nicht nur auf den Tisch in der Kneipe unseres Vertrauens hauen lässt, sondern unsere Meinung loud and proud rauspfeffert. Der Bayer an und für sich ist ja bekannt dafür, nicht unbedingt redselig zu sein, doch geht es ums Granteln, ist er sofort am Start.

Zugegeben, ich bin alles andere als schweigsam, aber ich lege noch mal richtig an Fahrt zu, wenn ich mich aufregen kann. Genau deswegen habe ich bei eogFM auch eine eigene Rubrik: „Auf Krawall gebürstet“ (https://soundcloud.com/egofm/2-auf-krawall-geb-rstet). Diese Idee haben in letzter Zeit viele – Redakteure von Musikzeitungen oder Radiokollegen haben alle ihre eigene Ecke, um auszurasten.

Die deutsche „Glamour“ hat kürzlich einen „Smilestorm“ gestartet. Gegen Hass im Internet. Das ist ja eigentlich eine feine Sache. Für mehr Positives im Leben. Und manchmal, manchmal kommt mir da schon ein Hauch von Zweifel am eigenen Wirken, meistens, wenn die Deadline lockt und ich nicht weiß, was mich gerade so sehr nervt, dass ich drei Minuten austicken möchte. Die WM? Ach Quatsch, die nervt mich doch nicht, mich nervt nur Cristiano Ronaldo. Das Wetter? Das wäre zu einfach und daher zu langweilig. Persönliche Dinge? Ja, klar, aber niemand möchte wissen, warum mein Ex-Freund inzwischen meine Nemesis geworden ist. Ich bin ja nicht Miley Cyrus oder so.

I’m a lover, not a hater, soviel ist klar. Aber wenn man hauptberuflich fangirlt, tut es manchmal schon ganz gut, die Faust gen Tischplatte zu bewegen. Zudem tue ich das ja nie anonym, ich stehe zu meiner Meinung. Ich bin auch nie feindselig, nur ehrlich. Außerdem habe ich immer Angst, dass mir irgendwann eine riesige Frustbeule wächst wie Homer bei den „Simpsons“, weil er stets freundlich bleiben will. Falls mir also zur nächsten Kolumne nichts einfällt, rege ich mich vielleicht doch übers Wetter auf. Sonst platzt mir noch der Kragen.

Wenn ihr mehr über Simone erfahren wollt, lest unser Interview mit ihr.
Zu ihrer ersten Kolumne geht es hier.