Neulich in … der Warteschlange

Das Muenchner Kindl

Simone Bauer ist eigentlich ein Regensburger Kindl, lebt aber seit 2007 in der schönsten Stadt der Welt – und schreibt über diese. Wenn sie München nicht gerade in ihre Romane wie „Ganz entschieden unentschieden“ (http://www.dotbooks.de/profile/1250143/simone-bauer) einbaut, ist sie Popkulturjournalistin (für unter anderem MISSY, Jugendseite der „Süddeutschen Zeitung“ und LAXMag) oder bei egoFM „Auf Krawall gebürstet“. Auf Twitter (@teaserette) spricht sie über neue Projekte und Fernsehserien. Für Das Münchner Kindl verfasst sie die Kolumne „Neulich in …“.

Als ich bei Dunkin’ Donuts auflaufe, bin ich leider nicht die Erste. Ich grummle und stelle mich wie eine brave Engländerin an das Ende der Schlange. Anstehen bin ich gewohnt – sei es Stunden vor dem H&M in der Kaufinger Straße für Versace for H&M, vor den Konzerthallen dieses Landes, an der Vorverkaufsstelle für Monika-Gruber-Tickets oder bei Kinopremieren, wenn Zac Efron sich angekündigt hat.

Noch bin ich mir aber unsicher, ob es wert ist, wegen Zuckerkringel anzustehen. Für Appleprodukte tue ich es nicht und auch nicht für die Klamotten irgendeines nach parfümstinkenden Großkonzerns, das durch seine Männermodels bekannt geworden ist. Schließlich bin ich dann aber zu sehr Zuckerjunkie, als mit leeren Händen weiterzufahren. Ich habe ja gute, ablenkende Musik auf dem mp3-Player. „Nimm dir die Luft, nimm dir das Glück zum Atmen, lass dich im Stich. Lass dich im Stich, zu lange warten …“

Also mache ich mir Gedanken, warum ich mein Geld überhaupt in Franchiseketten pumpe. Sicher, in München gibt es sie ja noch, ganz versteckt, die kleinen Boutiquen und Programmkinos und Bäckereien. Nicht, wie in, sagen wir mal, Vancouver, wo es über hundert Tim Horton’s gibt und zweihundert Starbucks oder so. Aber das Ding ist doch: Bei Tim Horton’s kriegst du Sandwiches mit Majonäse und inzwischen auch in den kleinen Bäckereien unseres Landes auf dein Lachsbrötchen. Also ist es vielleicht doch egal, wo mein Geld hinfließt. Ich hasse Majonäse.

Und einen Unterschied gibt es ja wohl zwischen dem nordamerikanischen Dunkin’ Donuts und dem deutschen.„Einmal einen Donut mit Bayerischer Creme, bitte!“

Wenn ihr mehr über Simone erfahren wollt, lest unser Interview mit ihr.
Zu ihren anderen Kolumnen geht es hier.