Prima. Ballerina.

Ich übe Spagat. Eigentlich habe ich schon letztes Jahr damit angefangen. Und das Jahr davor. Wenn ich ehrlich bin, schon eine ganze Weile. Auch wenn ich persönlich nicht viel von (leeren) Neujahrsvorsätzen halte – dieses Jahr will ich es nun wirklich schaffen. Er muss ja nicht gleich perfekt werden, aber so ein klitzekleines bisschen besser als letztes Jahr. Das wäre schön. Den Spagat zwischen alten Gewohnheiten und dem Verlassen der Comfort Zone, meine ich. Jene Gewohnheiten, die es sich im Laufe der Jahre so richtig schön gemütlich gemacht haben. Und die neuen Ufer, das Ungewisse, bei dem es manchmal so eklig zieht links in der Burst. Das Gewohnte ist per se ja nicht schlecht. Routine schafft Sicherheit und vermittelt irgendwie ein heimeliges Gefühl. Das ist gut. Aber man läuft Gefahr, auf der Stelle zu treten. Das ist nicht gut. Schnell ist man festgefahren in Meinungen und Verhaltensweisen, urteilt vorschnell oder tut dies und jenes, weil man das schließlich schon immer so macht. Manchmal komme ich mir vor wie meine eigene Oma und morgen, ja morgen ist ja auch noch ein Tag. Ein Hoch auf die Prokrastination. Prost!

Dieses Mal meine ich es aber ernst und werde schon heute kräftig durchlüften, im Kopf und überhaupt. Denn mit ordentlich Sauerstoff im Zuhause, trainiert es sich einfach besser. Oftmals hat bereits eine klitzekleine Änderung eine riesengroße Wirkung. Heute habe ich zum Beispiel das linke Bein vorne und siehe da, ich schaffe es schon fast bis an den Boden. Jetzt habe ich Blut geleckt und mache weiter. Ich will manchmal einfach fünf gerade sein lassen und jede Woche etwas tun, was ich noch nie zuvor getan habe. Ich will umdenken im Kopf, auch wenn ich mich dabei vielleicht das ein oder andere Mal im Kreis drehe. Das ist dann eine extra Pirouette. Alles Definitionssache. Das Kribbeln im Bauch, wenn man Dinge einfach mal macht. Ein Hoch auf den Mut. Davon brauchen wir mehr. Und mehr Zeit. Zeit, in der wir nichts tun, außer wir selbst sein. Und wenn selbst das zu viel ist, darf man auch einfach mal Schneeflöckchen zählen. Oder Regentropfen. Das mache ich jetzt nämlich.

Happy New Year und immer schön dehnen 😉