Reflektor M – Ein Veranstaltungskalender für zeitgenössische Kunst

Habt ihr euch auch immer schon eine Übersicht aller aktuellen Ausstellungen in München gewünscht? Jetzt ist die Lösung da – München hat einen Veranstaltungskalender für zeitgenössische Kunst: Reflektor M. Doch nicht nur Termine werden hier bekannt gegeben, auch Kritiken und Kommentare sind zu finden. Heute ist der offizielle Launch von Reflektor M. Die Launch Party startet heute um 20:30 Uhr im Lost Weekend. Es wird eine kurze Vorstellung des Projektes geben sowie Drinks und Musik.

Wir haben für euch den drei Gründern der Online Plattform ein paar Fragen gestellt.

Über Euch?

MIP: Ich bin eine unzuverlässige Kunsthistorikerin, die sich am liebsten mit der Gegenwart beschäftigt und alles quer durch verknüpfen möchte.
JG: Ich bin ein Interface-Designer, der gerne an eigenen Ideen arbeit.
JK: Ich bin Webentwickler bei Form & Code, mit Schwerpunkt in der Frontend Entwicklung.

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v. li.: Jürgen Graef, Maria Inés Plaza Lazo und Julian Kempff

Über Euch und München?

MIP: In München fühle ich mich persönlich international; im indischen Restaurant werde ich auf indisch angesprochen, mit meiner Freundinnen rede ich Spanisch, im Kunstverein wird vorwiegend auf Englisch gesprochen und man trifft sowieso hier Künstler aus verschiedenen Ecken der Welt. Auf Reflektor M werden die Ausstellungen dementsprechend auf Englisch und Deutsch kommentiert.
JG: Die Stadt ist seit vier Jahren meine Heimat.
JK: München bedeutet für mich Heimat. Auch wenn ich etwas außerhalb aufgewachsen bin und ich mich nicht als klassischen Münchner bezeichnen würde.

Dein München, eine Empfehlung?

MIP: Eine Stadt, die sich traut, sich von der Tradition ein wenig zu distanzieren, um Platz für Neues zu schaffen.
JK: Maria hat für mich alles gesagt.

Wie kam die Idee dieses Projekt zu starten?

MIP: Vor 1,5 Jahren, im Herbst 2013: Daniela Stöppel und Markus Dicklhuber hatten sich entschlossen, Radar zu schließen. Radar war bis dahin der wichtigste Filter zeitgenössischer Kunst für die Stadt, kurz bevor MUCBOOK oder weitere Portale sich damit beschäftigten, einen Einblick in die Kulturproduktion der Stadt zu werfen. Aber Radar fehlte unheimlich sehr. Nach 9 Monate traf ich Jürgen und wie nur die besten Ideen entstehen, haben wir uns darüber in der Küche unterhalten und die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit einer gewissen Lässigkeit betrachtet. In September 2014 wurde alles langsamer konkreter.
JG: Ein Freund, Asaad, hatte die Idee zu einer App, die einem in näherer Umgebung aktuelle Kunsttermine und Ausstellungen in München anzeigt. Daraus hat sich dann in mehreren Monaten die Website entwickelt. Asaad ist aus Zeitgründen leider nicht mehr dabei. Die Funktion mit den Terminen und Ausstellungen in unmittelbaren Umgebung fehlt auch noch. Aber wir sind dran.
JK: Maria und Jürgen, die ich beide davor schon kannte, kamen mit der Idee und einigen Entwürfen zu mir. Kurz darauf haben wir uns in der Firma getroffen und schnell war klar, dass das für uns ein interessantes Projekt werden wird. Was sich im übrigen auch bestätigt hat!

Was genau bietet Reflektor M?

MIP: Reflektor M möchte als updated Veranstaltungskalender und Forum von vielfältigen, kritischen Kommentaren funktionieren.
JG: Einen hoffentlich wertvollen und ästhetischen Zugang zu Kunsterminen in München.
JK: Aus meiner Sicht bietet Reflektor M vor allem einen schnellen Zugang und funktioniert eher wie ein Werkzeug, als wie eine normale Website.

Was möchtet ihr mit Reflektor M erreichen und was sind eure zukünftigen Pläne?

MIP: Der offizielle Launch unserer Seite würde dafür organisiert, unsere bisherigen Schritte und weitere Pläne zu präsentieren. Wir haben keinen systematischen Weg hinter uns, sondern eine organische Entfaltung unseres Projekts erlebt und wir versuchen, so weiter zu machen, nicht ohne den nötigen Verbesserungen in unseren Aufgaben.
JG: Es gibt aber noch einige Ideen, die es bisher leider noch nicht ins Angebot geschafft haben.
JK: Reflektor M wird nie abgeschlossen und fertig sein. Wir werden weiter entwickeln, neue Features einbauen, eventuell auch wieder entfernen, je nachdem wie sie benutzt werden. Für mich ist Reflektor M auch ein Spielplatz, auf dem ich neue Dinge ausprobieren kann.

Welche Rolle spielt Kunst im Leben der Münchner und in München?

MIP: Schwierig zu sagen, dafür hätte ich ein Plädoyer: München hat viel zu bieten, das Angebot wird aber viel zu wenig gehyped, und öfter geraten Ausstellungen oder künstlerische Projekte in Vergessenheit, auf Grund der niedrigen Aufmerksamkeit der Medien oder des Publikums (Als Beispiel nenne ich Kino der Kunst). In München braucht man weniger Zeit vom Odeonsplatz bis nach Oberföhring als in Berlin von Alexanderplatz bis zum Kurfürstendamm, man müsste sich hier in Süden einfach etwas öfters durch die Räume bewegen, die nicht nur zum Kunstareal gehören.

Welches Ausstellungshighlight kannst du für die nächste Zeit empfehlen?

MIP: Unbedingt das Programm des Kunstwochenendes der Münchner Galerien auf unserer Seite verfolgen, die neue Gegewartskunst Sammlung in Mai und die Retrospektive von Lea Lublin in Juli im Lenbachhaus, sowie die Soloshow von Flaka Halitis bei Prince of Wales in September. Haliti hat im Moment einen wunderbaren Auftritt beim Vertreten des Kosovarischen Pavillon auf der Biennale in Venedig und Ich freue mich besonders auf die Werke, die sie für München entwickeln wird.
JK: Ich bin, was Kunst angeht ein totaler Anfänger. Durch meine Arbeit an Reflektor M kann ich so eine Frage dann aber sicher bald beantworten!

Vielen Dank für das Interview! Wir freuen uns schon sehr auf heute Abend!!!

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