Schausteller mit Leib und Seele seit 1936

Raus aus dem Zelt zieht es uns heute zu den Fahrgeschäften. Heiß begehrt und zum Stadtbild zugehörig wie die Frauenkirche, ist das Riesenrad von der Wiesn. Die Familie Willenborg, die jährlich das Riesenrad betreibt, gehört schon seit Langem zum Wiesn-Ensemble. Hier erfahrt ihr mehr über das Leben einer Schaustellerfamilie …

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Über euch?

Wir sind mit Leib und Seele Schausteller. Seit 1936, in dritter Generation, sind wir als waschechter Familienbetrieb in Deutschland und Europa mit unseren Fahrgeschäften unterwegs. Bereits Mitte der 60er Jahre haben wir uns auf den Betrieb von stationären und transportablen Riesenrädern spezialisiert. Wir waren wohl die ersten in Deutschland, die große Riesenräder quasi auf die Straße gebracht haben und diese tollen Fahrgeschäfte so auch auf Volksfesten präsentieren konnten.

Über euch und die Wiesn?

Bereits 1960 waren wir mit einem Riesenrad auf der Wiesn dabei. Seitdem gehören unsere Räder zur markanten Silhouette vom Oktoberfest.

Eure Wiesn, eine Empfehlung?

Einen ganz besonderen Charme hat die Wiesn in der Früh, noch vor der Öffnung der Fahrgeschäfte und Zelte. Da kann man ein Gefühl dafür bekommen, welche gigantische Logistik hinter der Wiesn steckt. Unsere Empfehlung, ganz klar, ein morgendlicher Wiesnbummel. Dann aber bitte da bleiben und ohne Wartezeit ein paar Runden Riesenrad fahren. Mit ein bisschen Glück an einem klaren Fön-Tag – der Blick über unsere schöne Stadt und in die Berge ist einfach gigantisch!

Was ist das Schönste am Schaustellerdasein?

Die vielen Leute, die wir immer wieder kennenlernen. Ob als Gäste und Fans unserer Riesenräder, als Schaustellerkollegen oder von den Ämtern und Behörden, mit denen wir zusammenarbeiten. Und die Unabhängigkeit! Jeden Tag acht Stunden am Schreibtisch? Das wäre nichts für uns. Wir sind gerne unterwegs!

Wie ist ein Schausteller gestrickt?

Wie schon gesagt: Ein Schausteller muss gern unterwegs sein. Er muss flexibel sein und auf immer wieder andere und neue Anforderungen und Aufgaben meistern. Von A wie Abwasser bis Z wie Zeitungsinterview.

Was ist für euch das Schönste und Schrecklichste auf der Wiesn?

Das Schönste an der Wiesn? Ganz klar, immer wieder die Möglichkeit zu haben, in unserer Heimatstadt Teil des weltweit größten Volksfestes sein zu dürfen. Und das Schrecklichste? Auch ganz einfach, die Tatsache, dass die Wiesn nur zwei Wochen dauert und nach der langen Vorbereitungszeit immer wieder viel zu schnell vorbei ist.

Wie ist euer Jahr durchgeplant? Auf welchen anderen Volksfesten kann man euch antreffen?

Unser Jahresplan wird von unserem Tourneekalender vorgegeben. Von Frühjahr bis in den Spätherbst sind wir mit unseren drei Riesenrädern unterwegs. In der spielfreien Zeit werden unsere Riesenräder auf Herz und Nieren geprüft und gewartet. Und wir nehmen uns die Zeit, Ideen für die nächsten Jahre umzusetzen.
In Bayern sind wir regelmäßig auf dem Gäubodenfest in Straubing und dem Herbstfest in Rosenheim vertreten.
Als nächstes stehen wir in Hamburg auf dem Winterdom. Das Oktoberfest Riesenrad geht als nächstes auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus. Vielleicht sehen wir uns ja dort?

Vielen Dank für das Interview – wir wünschen eine gute Wiesn!

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