Schmitz‘ Katze

Die Gründerin von Reflektor M Maria Inès Plaza hat sich für uns mit Magdalena Assmann, Geschäftsführerin der Stiftung Federkiel, getroffen und einiges über die Neueröffnung der Schmitz‘ Katze Espresso Bar im Luitpoldblock erfahren. Maria interessiert sich im Interview vor allem für die kulturellen Ansätze und künstlerischen Positionen der Espresso Bar, die kulinarischen Besonderheiten vor Ort und die Bedeutung für die Stadt. Sie schreibt:

Als Geschäftsführerin der Stiftung Federkiel pflegt Magdalena Assmann die Diplomatie im großem Haus mit, doch sie steht auch für Veränderung im Brienner Quartier. Das wiederrum heißt nicht gleich Revolution, doch eine kleine, erste entscheidende Geste der jüngsten Erneuerung des ikonischen Carrés. Diese Geste kristallisiert die Entwicklungsprozesse an einer der elegantesten Straßen Münchens heraus. Diese Problematik hat Tina Schmitz, geschäftsführende Gesellschafterin des Luitpoldblock, schon vor 15 Jahren realisiert. Umgesetzt wurde das Café,  ihre Vision eines Kaffeehauses des 21. Jahrhunderts, in dem Genuss und Kultur vereint werden, aber erst 2010 mit Pächter Stephan Meier.

Der bereits existierende Salon Luitpold erreichte seine Erwartungen; die Espresso Bar möchte durch Installationen von Künstler und weitere Petit Projekte die kulturellen Aktivitäten im Block weiter gestalten. Tina und Karsten Schmitz haben es letztendlich geschafft, die progressivsten Läden Europas im Block zu vereinen: Andreas Murkudis mit Aspesi, Aesop, Acne Studios und Schwittemberg. Und Le Chic, schlage ich vor, ist ein Synonym für Avantgarde. Dazu mein Gespräch mit Lena.

So, was darf ich hier bestellen?

Am besten bestellen wir jetzt erst mal einen doppelten Espresso. Wenn Dir nach Milch ist, hast Du jetzt die Wahl zwischen verschiedener Bio-Milch: Kuhmilch, Sojamilch oder Mandelmilch. Dazu nimm’ doch ein Müslibrikett, das sind selbstgemachte Müsliriegel von einem kleinen Einfrauunternehmen aus Oberösterreich. Schwierig wird es, wenn Du lieber eine Leberkässemmel hättest. Die haben wir nämlich nicht – unser Essen ist ausschließlich vegan.

Welche Rolle spielt hier die von Leonie Felle gestaltete Wandtapete?

Das Konzept ist, dass wir in der Espresso Bar jungen Künstlern Raum geben, ihre Arbeiten mitten in München zu zeigen. Da spielt natürlich mein eigentlicher Job (neben der Leitung der Espresso Bar) mit rein: Ich bin Geschäftsführerin der Stiftung Federkiel für zeitgenössische Kunst und Kultur. Wir wollen mehr Platz für zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum! Zum Beispiel in der Baumwollspinnerei in Leipzig, auf dem Kreativquartier an der Dachauerstraße hier in München – und jetzt auch in der Espresso Bar im Luitpoldblock. Die Arbeit von Leonie Felle ist der Anfang dieses Ansatzes. Weitere Künstler werden folgen!

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Trend und Tradition: Nach was soll die Mischung schmecken?

Wir folgen keinem Trend – sondern der Tradition im Luitpoldblock, sich kontinuierlich nah am Zeitgeist weiterzuentwickeln. Gilt das auch als fancy-trendy?

Schmitz’ Katze ist der neue Spitzname der Espresso Bar. Ist sie für ein Nischen- oder ein breites Publikum gedacht? Oder besser gesagt, wie gewinnt die Bar Stammgäste?

Die Auswahl von Sandwiches, Salaten und frischen Getränken im Luitpoldblock gab es in dieser Form, in dieser Ecke Münchens noch nicht. Daher ist die Espresso Bar für jeden gedacht: Hier gibt es schnell sehr guten Kaffee. Besonders macht die Espresso Bar dann Schmitz’ Katze. Dahinter verbergen sich alle unsere gesunden, veganen Produkte. Ob die was für jeden sind? Ich finde schon! Und diese Kombination ist so gut, dass man täglich wiederkommen mag.

Welche Funktion soll die Espresso Bar im Luitpoldblock erfüllen?

Einerseits sind wir ein Mosaikstein in der Münchner Kunstszene: Zusätzlich zu Leonie Felles Arbeit haben auch das Künstlerinnen-Duo Hammann & Von Mier dafür gewonnen, eine Wand der Espresso Bar mit ihren Künstler-Publikationen zu bestücken. Jetzt sind die jüngsten Produktionen lokaler Künstler bei uns zu finden. Neben uns bietet nur Walter König im Haus der Kunst so spezielles Printed Matter.
Gleichzeitig ist die Espresso Bar ein Treffpunkt für alle, die im Luitpoldblock arbeiten oder einkaufen, zum Arzt gehen oder einen wichtigen Termin haben. Eine Mini-Oase zum Durchatmen. Hier gibt es schnell einen Espresso für den Weg zurück zum Schreibtisch, ein gesundes Mittagessen für alle, die mittags Lust auf eine Kleinigkeit haben, die satt macht aber nicht voll, oder ein Bier, wenn es einfach sein muss. Die Espresso Bar schließt eine Lücke im Brienner Quartier: Klein, fein, gesund und schnell. Kommunikativ, kulturell aufgeladen und persönlich.

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Wie sieht ein normaler Tag in der Espresso Bar aus?

Die Antworten unserer Nachbarn ergaben ungefähr dieses Bild: Morgens startet man mit einem Cappuccino oder mit einem doppelten Espresso in den Tag. Dazu gibt’s ein Bircher Müsli – damit ist man perfekt für alle Termine am Vormittag gerüstet. Mittags holt man sich für den gesunden Energiekick einen kaltgepressten Saft, am liebsten „Green Love“. Wenn die Wiesnerkältung noch nicht ganz ausgestanden ist, „Spicy O“. Einen Kichererbsensalat und ein warmes BBQ-Sandwich machen aus dem Lunch eine schnelle und doch super leckere Geschmackserfahrung in der Mitte des Tages. Wer nachmittags absehen kann, dass es heute mal wieder später wird, trinkt zum Durchhalten noch einen Earl Grey Tee und isst ein Stück Marmorkuchen. Vor dem Nach-Hause-gehen gibt’s noch ein Sodabier. Oder man lädt gleich ein paar Freunde auf ein Glas Fritz Perlwein ein. Dann kann der Feierabend beginnen.

Danke für das Interview! Die Espresso Bar ist hier im Netz zu finden.

(c) Gunnar Lillehammer

Gastbeitrag von Maria Inès Plaza

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