Spargel aus dem Münchner Umland

Wir wurden eingeladen, um an einer Spargelführung im Münchner Umland teilzunehmen. Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen, da wir große Spargelliebhaber sind :). Also ging es samstags los übers Land bis nach Pfaffenhofen an der Glonn zur Familie Wolf , die seit 1975 Erdbeeren anbauen. Danach kamen dann Spargel und Äpfel dazu. Insgesamt besitzen sie 13 ha Spargelanbaugebiet, 14/15 ha Erdbeeren und ca. 6000 Apfelbäume.

Angekommen, wurden wir erstmal mit Gummistiefeln ausgestattet, da wir das feste Schuhwerk vergessen hatten. Kaum waren die Stiefel über die Füße gestreift ging es los aufs Spargelfeld. Wie ist das jetzt eigentlich mit dem Spargel? Was ist der Unterschied zwischen grün und weiß? Und wie erkennt man, ob der Spargel noch gut ist? All diesen Fragen, sind wir bei der Führung auf den Grund gegangen: Spargel wächst zunächst mal im Boden :). Solange er nicht aus der Erde herausschaut, bleibt er weiß. Sticht der Kopf durch den Erdboden und erhascht ein paar Sonnenstrahlen wird er violett und je länger er überhalb der Erde ist, umso grüner wird er. Damit er länger weiß bleibt und vor der Sonne geschützt ist, wird eine Folie über den Boden gelegt. Erst bei 8 Grad fängt der Spargel an zu wachsen und wenn die Temperaturen auf 10 Grad steigen, wächst er einen halben Zentimeter am Tag. Mit einem Thermometer unter der Erde wird die Temperatur überprüft und sobald diese passt, wird der Spargel gestochen. Meist beginnt die Ernte zwischen dem dem 23. März und dem 10. April. Die Spargelvorschriftslänge beträgt übrigens 22 cm.

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Wenn der Spargel unten dünner ist, sollte man ihn nicht kaufen, da das ein Zeichen dafür ist, dass er holzig und bitter ist. Um ihn länger haltbar zu machen, wird der Spargel heruntergekühlt – also bewahrt ihn am besten im Kühlschrank auf. Der Spargel ist dann frisch, wenn kein brauner Schimmer – feiner Pilzbelag – zu sehen ist. Meist ist der frische Spargel auch nicht ganz frisch, denn vom Betrieb dauert es 4-5 Stunden bis er ausgeliefert wird. Auch das Quietschen ist kein Frische-Zeichen, es hat lediglich etwas mit der Feuchtigkeit zu tun. Und wie kocht man den Spargel jetzt? Wie lange – das kann man nicht sagen. Am besten ins Wasser wenn es sprudelt, ein bisschen Salz, Zucker und Butter dazu und warten, bis er sich biegt. Den grünen Spargel sollte man nur kurz kochen, sonst wird er bitter. Unten etwas abschneiden und probieren. 

Nach der Führung durch Herrn Wolf Senior höchstpersönlich ging es dann noch in das nahe gelegene Restaurant Fischerwirt zum Spargelessen, wo wir das Gewächs in allen Formen probieren konnten. Angefangen mit Spargelsuppe und Spargelsalat über Spargelauflauf bis hin zum Stangenspargel mit Kartoffeln, Schinken, Sauce Hollandaise und einem Wiener Schnitzel.

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Wer jetzt Lust auf Spargel bekommen hat, kann sich für die Spargelführungen inklusive anschließendem Spargelessen zum Preis von 19 € per E-Mail an info@erdbeeren-wolf.de oder per Telefon 08134/92991 anmelden. Sie finden 2016 vom 30. April bis zum 6. Juni statt. Alle Infos und Termine zu den Führungen und zum Spargelessen findet ihr hier. Und wer einfach nur ein wenig Spargel kaufen will, kann dies im Hofladen der Familie Wolf tun. Sehr empfehlenswert ist zudem der leckere naturtrübe Apfelsaft aus heimischen Äpfeln.

Und jetzt wünschen wir euch guten Appetit! Seid ihr denn auch große Spargelfans?

Alle Bilder ©Anita Hösl