Stroke Art Fair 2014

Die STROKE Art Fair feiert in diesen Tagen ihre zehnte Ausgabe und zugleich ihr fünfjähriges Bestehen. Die Initiatoren Marco und Raiko Schwalbe, die 2005 mit „INTOXICATED DEMONS“ in Berlin eine der ersten exklusiven Urban Art Galerien gründeten, haben mit der STROKE Art Fair sehr geschickt die Verbindung von Markt und Szene geschaffen und präsentieren auch in diesem Jahr wieder Galerien aus der ganzen Welt und ihre Street Art Talente.

Die STROKE schafft Raum für Kreativität und bietet mit ihrem bunten Mix Sehenswertes für jung und alt und Erschwingliches für jeden Geldbeutel. Die Stimmung ist locker und die eigentlich widersprüchliche Verbindung zwischen Urban Art und Kommerzialisierung funktioniert von Jahr zu Jahr besser.

Unser absolutes Highlight in diesem Jahr ist der Tape Artist Max Zorn, repräsentiert von UrbanArtNow aus Amsterdam. Zorn kreiert seit 2011 einmalig stimmungsvolle Szenen mit Paketklebeband auf Acrylglas-Leuchtkästen, aus dem er seine Motive mit einem Skalpell herausschneidet. Da er sich bewusst für Street Art für die Nacht entschieden hatte, nutzte er anfangs die Straßen von Amsterdam als seine Galerie. Er kletterte auf Laternenmasten und klebte seine Tape-Arbeiten auf die Laternen, die durch das Licht einen wunderbaren Effekt erzielten. Zorn sieht sich inspiriert von nostalgischen Emotionen aus dem Bereich des Film Noir sowie durch die Autoren der Lost Generation, die ihre Figuren als gebrochene Charaktere skizzieren, dabei immer zwischen Ruhm und Absturz wandelnd. Im Moment experimentiert er auch mit weißem Tape – man darf gespannt sein, wie das weitergeht. Mit seinen Arbeiten hebt sich Max Zorn stark von den anderen Präsentationen ab.

Eine weitere interessante Entwicklung sind viele Online-StartUps, die neue Zugänge zur Kunst schaffen wollen: Pablo & Paul präsentieren die Werke ihrer Künstler auf einem großen Tap-Display. Sie haben sich dem Ziel verschrieben, Kunst zu demokratisieren und bieten Unikate und kleine Auflagen von aufstrebenden Künstlern an. Der Online-Shop steht bereits und ein Store-Konzept soll folgen. Man darf gespannt sein, wie sich die Idee weiterentwickelt. Unter dem Motto „Be Part of Art“ arbeiten 52 Masterworks. Das Prinzip hierbei ist es, Anteile an Kunstwerken zu erwerben und sich somit eine individuelle Kunstsammlung aufzubauen – ganz frei nach dem Gedanken der Shareconomy. Ob sich dieser Gedanke, der durch Book- oder Carsharing bereits in weite Bereiche unseres Lebens durchgedrungen ist, auch mit Kunstwerken funktioniert, wird interessant. Die Plattfrom allyoucanart bietet Kunst nicht nur zum Kaufen, sondern auch zum Mieten an. Alles in allem bewegt sich da doch einiges in der Online-Kunst-StartUp-Szene.

Eine weitere interessante Präsentation ist die Objektkunst von Philipp Rudolph, der aus längst vergessenen Schätzen aus Kellern oder Dachböden handgefertigte Designobjekte zaubert. So werden Spielzeugautos, Hirschgeweihe und Barbiepuppen durch Upcycling zu wunderbaren Lampenobjekten gefertigt. Jedes Stück ist ein Unikat, die auf der STROKE in nahezu Wunderkammer-Atmosphäre präsentiert werden. Wie jedes Jahr sind die Live-Paintings ein Highlight, bei denen man den Sprayern bei der Entstehung neuer Arbeiten über die Schulter schauen kann.

In unserer Bildergalerie haben wir einige weitere Eindrücke für euch zusammengestellt:

Die STROKE läuft noch bis Sonntag. An einem großen Grillstand und einigen Bars wird natürlich auch für euer leibliches Wohl gesorgt.

Die STROKE Art Fair im Web: Homepage, Facebook, Flickr, Vimeo und Youtube