Tinder – NOPE vs. LIKED – flirten im Web 2.0

Tinder wird als eine oberflächliche Dating-App bezeichnet. Wisch und Weg – So schnell wird aussortiert. Man sieht ein Bild, vielleicht schaut man noch auf die gemeinsamen Freunde oder Interessen und dann wird schon nach links (NOPE) oder nach rechts (LIKED) gewischt. Mit einem Wisch ist entschieden ob man die Person näher kennen lernen will oder nicht. Sagt denn ein #selfie im Spiegel echt soviel über eine Person aus?

Wenn man ehrlich ist … und in einer Bar, einem Club oder beim Essen ist – geht man ähnlich vor und nimmt die in die engere Auswahl, die rein vom Äußerlichen gefallen. Schnell von oben bis unten gemustert, kann die Person nach den ersten Sekunden auch ohne Tinder weggewischt werden. Hobbys und Musikgeschmack sind dabei zuerst Nebensache. Tinder nutzt genau diese Oberflächlichkeit aus. Geflirtet wird in München schon immer gern. Das weiß jeder, der je auf der Wies’n war oder Monaco Franze geschaut hat.

Wie genau funktioniert die APP?

Das Prinzip der App ist simpel. Via Facebook holt sich die Anwendung Nutzerdaten, wie Alter, Geschlecht, gemeinsame Freunde oder Interessen. Basierend darauf bekommt man einen potenziellen Partner vorgeschlagen. Jetzt muss nur noch der Nutzer entscheiden, ob er diese Person näher kennen lernen möchte oder lieber sagt „Nein danke, der Nächste bitte“. Es steckt kein komplizierter Algorithmus hinter Tinder, der anhand von davor langwierig ausgefüllten Steckbriefen den besten Partner herausfiltert. Es geht schon los, wenn zwei Personen sich nach rechts ziehen und auf dem Bildschirm die Schrift „It’s a Match“ erscheint.

Seit September 2012 gibt es die App schon in den USA. Tinder, auf Deutsch „Zunder“, wurde vom US-Datingportal Match.com entwickelt. Noch letztes Jahr im Herbst war Tinder unbekannt in Deutschland. Und über den Ortungsdienst, den man aktivieren muss, wurde fast keine Person gefunden. Doch im Moment hat fast jeder im Freundeskreis ob Single oder vergeben diese App auf dem Handy.

Suchtfaktor!

Schon nach kurzer Zeit wird man süchtig danach … immer mehr Gesichter floppen auf und immer mehr Matches können entstehen. Die Aufregung, wenn man eine Person nach rechts zieht und das Herz kurz aussetzt, ob es denn ein Match ist, bringt Aufregung ins Spiel. Tinder macht uns alle verrückt. In jeder Minute, in der man auf etwas wartet, ob Bus oder Freunde, wird das Handy gezückt und die nächsten Personen verwischt. Kaum vibriert es, ist man gespannt ob ein neues Match entstanden ist.

Tinder kann man eher mit Speed-Dating vergleichen. Das erste Gefühl, bei der Betrachtung des Bildes, ist ausschlaggebend. Bevor auch nur ein bisschen mehr über die Person bekannt ist oder man das erste Wort wechselt.

Tinder hin oder her … auf der Wiesn wird wieder in alter Tradition geflirtet.