Woher kommt das Oktoberfest?

Das Oktoberfest hat als historischen Kern keine Maß, keine Lederhosen und keinen Schießstand. Rein geschichtlich betrachtet, nahm das heute weltberühmte Oktoberfest seinen Ursprung mit einem Pferderennen. Das Rennen wurde zu Ehren und Feier der Hochzeit zwischen Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese Charlotte Louise von Sachsen-Hildburghausen veranstaltet. Im Jahr der Trauung 1810 im Oktober fand das erste Pferderennen statt. Die Wittelsbacher zeigten sich volksnah, und gestalteten rund um das Rennen ein rauschendes bayerisches Fest, das insgesamt fünf Tage anhielt. Bei den damaligen Münchnern und vielen Gästen aus dem Umland kamen die Festlichkeiten sehr gut an, weil Speis und Trank umsonst waren.

Auch im darauf folgenden Jahr waren sich die Bayern einig: Das Rennen und ein dazugehöriges Fest sollten wiederholt werden. Der „Landwirtschaftliche Verein in Bayern“ übernahm größtenteils privat finanziert die Organisation und erweiterte das Oktoberfest um eine landwirtschaftliche Messe. Ab 1918 wurde die Verantwortung für die Festlichkeiten dann von der Stadt München übernommen. Die Wiesn sollte es nun jedes Jahr geben und durch Verkaufs- und Fahrgeschäfte jedes Jahr weiter wachsen. Das traditionelle Rennen wurde nach dem 2. Weltkrieg mit Ausnahme zweier Jubiläen (150 und 200 Jahre) nicht wieder aufgenommen.

Woher hat das Oktoberfest seinen Namen?

Die Hochzeit der Adelsleute war am 12. Oktober 1810 gefeiert worden. Am 17. Oktober fand das Pferderennen statt. Damals war das Oktoberfest also noch wirklich im Oktober.

Woher hat dann aber die Wiesn ihren Namen?

Diese liebevolle Bezeichnung für das Oktoberfest verdanken wir Münchner der Braut Prinzessin Therese. Zur Zeit der Hochzeit lag der Rennplatz außerhalb der Stadt und war dementsprechend unbebaut. Therese bezeichnete das Oktoberfest daher als „Wiesn“, was wiederum auch zum heutigen Namen „Theresienwiese“ geführt hat.

Hat das Oktoberfest seit 1810 jährlich stattgefunden?

Nein, leider nicht. Zum Beispiel die Napoleonischen Kriege und Cholera Ausbrüche unterbrachen die jährliche Tradition. Insgesamt musste die Wiesn 24mal ausfallen.

Was war eigentlich 1850?

Hier schreiben wir das Geburtsjahr der „Bavaria“! Als Teil der Ruhmeshallt wurde sie 1850 feierlich eingeweiht. Weiblich, ruhmreich und als latinisierte Patronin von Bayern wirfst sie seither einen Blick auf die durstige Festgemeinde.

Und was war 1950?

Heute schon längst eine Tradition: Der Anstich des ersten Wiesn-Fasses durch den Oberbürgermeister im Schottenhammel. Eine Tragödie für München und Deutschland ist der Anschlag 1980. Bei der Bombenexplosion sterben viele Menschen und mehr als 200 Gäste werden verletzt. Das Oktoberfest wird für einen Tag unterbrochen, was zu heftiger Kritik geführt hatte.

Ein echter Wiesnmuffel?

Das ist einfach: König Ludwig II findet keinen Gefallen an der Wiesn. Er regiert 22 Jahre und schleppt sich nur ein halbes Dutzend mal auf das Oktoberfest. Einerseits liegt das an den Menschenmassen, die ihm zuwider sind. Andererseits am Bier, den der Märchenkönig trinkt lieber Champagner und lässt seine Königsloge auf der Wiesn verwaisen.

Wieso findet das Oktoberfest nicht mehr im Oktober statt?

Das herbstliche Oktoberwetter hat die Wiesn oft verregnet, was viele Besucher und vor allem die Festwirte und Budenbesitzer verärgert hat. 1829 wird ein Antrag beim Stadtrat eingereicht, das Oktoberfest vorzuverlegen. Dieser wird allerdings abgelehnt, weil das umliegende Land der Theresienwiese landwirtschaftliche genutzt werden und im September noch nicht abgeerntet sind. Die Stadt München wächst und so wird aus dem Agrarland langsam bebautes Land. 1874 kann das Oktoberfest zum ersten mal schon im September beginnen und das Wetter des Altweiber-Sommers voll ausschöpfen. 1904 wird festgelegt, dass das Oktoberfest am ersten Oktoberwochenende vorbei ist.